Sanierung Update: Motorradhersteller KTM ist insolvent

Von dpa,ampnet 2 min Lesedauer

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Nur wenige Tage nach Bekanntwerden der Finanzprobleme von KTM scheint der nächste Schritt erfolgt: Die Gläubigerschutzorganisation Creditreform meldet den Insolvenzantrag des Motorradherstellers.

Der Motorrad- und Fahrradhersteller KTM ist in wirtschaftlicher Schieflage.(Bild:  KTM)
Der Motorrad- und Fahrradhersteller KTM ist in wirtschaftlicher Schieflage.
(Bild: KTM)

Der angeschlagene Motorradhersteller KTM hat nach Angaben der Gläubigerschutzorganisation Creditreform einen Insolvenzantrag gestellt. Diesen Schritt hatte das österreichische Unternehmen bereits angekündigt. Der Antrag, der auf ein Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung abzielt, wurde neben der KTM AG auch für die Töchter KTM Components GmbH und KTM F&E GmbH gestellt.

Den Angaben zufolge belaufen sich die ungedeckten Forderungen auf 2,3 Milliarden Euro. Dem stünden Vermögenswerte von 352 Millionen Euro gegenüber. Von der Insolvenz seien rund 2.500 Gläubiger und 3.500 Beschäftigte betroffen, sagte Creditreform-Geschäftsführer Gerhard Weinhofer.

Sollten die Gläubiger das Verfahren absegnen, könnten sie mit einer Quote von 30 Prozent ihrer Forderungen rechnen. Das zum Pierer-Konzern gehörende Unternehmen, einer der größten Motorradhersteller Europas, hat mit hohen Lagerbeständen und geringer Nachfrage zu kämpfen. Ein Restrukturierungsplan sieht unter anderem den Abbau von Hunderten Stellen vor.

KTM drosselt die Produktion

KTM ist Europas größter Motorradhersteller. Zum Unternehmen gehören die Marken Husqvarna und Gasgas und MV Agusta. Als Reaktion auf die eingebrochene Nachfrage hatte das Unternehmen schon Mitte November angekündigt, die Produktion zurückzufahren.

Rund 300 Arbeitsplätze werden bis Anfang 2025 abgebaut. Von Weihnachten bis Ende Februar soll die Fertigung ausgesetzt werden. Zuvor waren dieses Jahr bereits 700 Stellen gestrichen worden. Aktuell beschäftigt KTM in Österreich rund 5.000 Menschen.

Lagerbestand muss dringend sinken

Ziel des Insolvenzverfahrens ist es, innerhalb von 90 Tagen mit den Gläubigern einen Sanierungsplan zu vereinbaren. Die Rede ist von einer „Redimensionierung der Produktion“, um den Lagerüberbestand bei KTM und den Händlern in den kommenden zwei Jahren abzubauen. „Dadurch wird es in den Jahren 2025 und 2026 zu einer Reduzierung der Betriebsleistung an den österreichischen Standorten im Ausmaß von insgesamt über eine Milliarde Euro kommen“, teilte das Unternehmen mit.

Neben der Überproduktion sehen Insider auch Qualitätsprobleme als eine Ursache für die unruhigen Zeiten in Mattighofen. Dazu kommen mehrere Investitionen in der jüngeren Vergangenheit. Der österreichische Motorrad- und Fahrradhersteller ist Teil des Konzerns Pierer Industrie, der am Montag (25. November) angekündigt hatte, ein Restrukturierungsverfahren einzuleiten. Von diesem Verfahren seien nur bestimmte Gläubiger betroffen, die übrigen Verbindlichkeiten würden vereinbarungsgemäß bedient. Die Gruppe sei nicht überschuldet, hieß es weiter.

Anmerkung der Redaktion: Wir haben den Beitrag vom 27. November, in dem erstmals die Finanzprobleme erwähnt wurden, aktualisiert.

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