Fahrzeugwerke Lueg Mercedes-Partner steigt ins Batterie-Recycling ein

Von Yvonne Simon 2 min Lesedauer

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Die Fahrzeugwerke Lueg erschließen mittels eines Joint Ventures das Batterie-Recycling als neues Geschäftsfeld. Damit will der Händler Arbeitsplätze in den Werkstätten sichern.

Die Fahrzeugwerke Lueg und die Deppe-Unternehmensgruppe gründen gemeinsam ein Joint Venture für Batterie-Recycling.(Bild:  www.schoening-fotodesign.de)
Die Fahrzeugwerke Lueg und die Deppe-Unternehmensgruppe gründen gemeinsam ein Joint Venture für Batterie-Recycling.
(Bild: www.schoening-fotodesign.de)

Die Fahrzeugwerke Lueg erschließen ein neues Geschäftsfeld: Über ein Joint Venture mit der Deppe-Unternehmensgruppe, einem Spezialisten für Entsorgung, steigt der Händler in das Batterie-Recycling ein.

Mit der Gründung des gemeinsamen Unternehmens „Re.Lion.Bat Circular“ wollen Lueg und Deppe einen ganzheitlichen Recycling-Prozess für Lithium-Batterien etablieren. Dieser umfasst die Bereiche Logistik, Demontage, Second-Life- und Verwertungsprozesse. Die Pläne machte der Mercedes-, Smart- und Volvo-Händler am Donnerstag bekannt.

Die beiden Partner investieren in den Bau einer „technisch hochmodernen“ Recyclinganlage im niedersächsischen Meppen, um die Rohstoffe aus den Batterien zurückzugewinnen und in den Wertstoffkreislauf zurückzuführen. Lueg-Vorstandssprecher Martijn Storm erklärt: „Das Joint Venture ist für uns eine strategische Investition in die Zukunft. Denn es öffnet uns die Tür in eine wachsende Branche.“ Lithium-Ionen-Batterien seien eine Schlüsseltechnologie für Elektrofahrzeuge und „die wichtigste Antriebstechnologie der Zukunft“.

Recycling-Vorstufe in den Werkstätten

Eine zentrale Rolle sollen der Pressemitteilung zufolge die Lueg-Werkstätten spielen. Sie sollen ein dichtes, dezentrales Logistiknetz formen und die Vorstufe des Recyclings übernehmen. In den Betrieben werden die Altbatterien über kurze Transportwege abgegeben und dort direkt entladen (discharging) und demontiert (dismantling). Die Werkstatt-Mitarbeiter bringen bereits die erforderlichen Qualifikationen mit und benötigen lediglich Schulungen im sicheren Entladen der Batterien.

Die Recycling-Vorstufe will Lueg zunächst an drei Standorten in Deutschland und der Schweiz umsetzen. Den gesamten Prozess wird der Händler in diesem Jahr bei in Sachsen erproben und ab 2024 sukzessive ausrollen.

Der Prozess soll die Auslastung der Werkstätten sichern. Stefan Jansen, Mitglied des Lueg-Vorstands, verdeutlicht die Relevanz: „Unser Servicegeschäft wird sich durch die rasante Entwicklung der Elektromobilität massiv verändern. Mit dem Einstieg in das Batterie-Recycling sichern wir daher schon jetzt ein neues Geschäftsfeld und die Arbeitsplätze unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.“

Recyclinganlage mit CO2-neutraler Energieversorgung

Die sogenannte thermomechanische Behandlung der Altbatterien findet dann ab 2024 am Standort der Re.Lion.Bat Circular GmbH in Meppen statt – vom Zerkleinern über das Trennen der FE- und NE-Metalle bis hin zu schwarzer Masse, die aus dem Recyclingprozess am Ende hervorgeht. Die Energieversorgung soll CO2-neutral durch Solar- und Windenergie und die Entladungsenergie im Vorbehandlungsprozess erfolgen.

Meppen biete als Standort ideale Voraussetzungen: Die Stadt im Emsland liegt an der A31 und in unmittelbarer Nähe zum Eurohafen Haren für die Anbindung an das Wasser- und Schienennetz. Im ersten Schritt möchte das neue Unternehmen Martijn Storm zufolge 20.000 Tonnen Altbatterien recyclen, langfristiges Ziel sind 60.000 Tonnen pro Jahr. Perspektivisch planen Lueg und die Deppe-Gruppe auch eine Second-Life-Verwertung von Batterien, deren Akku nicht mehr für das Laden eines Elektroautos ausreicht.

Die Fahrzeugwerke Lueg verkauften an 33 Standorten in Nordrhein-Westfalen und Sachsen 2022 knapp 13.900 Neu- und gut 8.600 Gebrauchtwagen. Der Händler vermarktet die Fabrikate Mercedes-Benz, Smart, Volvo, Ferrari und Ineos und beschäftigt rund 2.400 Mitarbeiter. Neben Deutschland betreibt Lueg auch Autohäuser in der Schweiz, darunter in Luzern.

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