DAT-Barometer Fakten zum Benziner-Bestand

Von Andreas Grimm

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Pkw mit Ottomotoren haben nach wie vor Konjunktur. Welche Bedeutung diese Antriebsart in Deutschland hat und wie sich die Preise entwickeln, hat die DAT untersucht. Und dabei noch ein paar überraschende Daten zutage gefördert.

Autos mit Benzinmotor sind in der deutschen Bestandsflotte weit überwiegend in der Mehrheit.(Bild:  gemeinfrei /  Pixabay)
Autos mit Benzinmotor sind in der deutschen Bestandsflotte weit überwiegend in der Mehrheit.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

Die Gebrauchtwagenpreise bleiben auf hohem Niveau stabil. Wie aus dem aktuellen DAT-Barometer hervorgeht, ist der durchschnittliche Restwert von Benzinern sogar noch einmal gestiegen. Wie die Marktbeobachter am Montag mitteilten, erzielte ein typischer dreijähriger Benziner mit einer Gesamtlaufleistung von 45.000 bis 60.000 Kilometern im Oktober einen durchschnittlichen Transaktionspreis von 68,2 Prozent des ursprünglichen Preises. Das sind nochmals 0,2 Prozentpunkte mehr als im September.

Damit hat der Benziner-Restwert einen neuen Höchststand erreicht, wenn auch der Anstieg seit April nur noch marginal ist (+0,6 Prozentpunkte). Diese Werte erreichten laut der DAT sonst nur ein- oder eineinhalbjährige Fahrzeuge. Die Diesel-Restwerte liegen dagegen seit April mit minimalen Schwankungen auf demselben Niveau (65,3 %).

Über die hohen Restwerte können sich vor allem Privatpersonen freuen, die überwiegend Benziner fahren. Von den 48,7 Millionen zugelassenen Pkw in Deutschland sind 89 Prozent in privater Hand, teilt die DAT mit. Und die Privatkunden wiederum setzen zu 67 Prozent auf Ottomotoren, 28 Prozent nutzen Diesel, und 5 Prozent nutzen alternative Antriebe (Stand 1. Oktober 2022).

Anders sieht es bei gewerblichen Haltern aus: Die setzen wenig überraschend vor allem auf den Selbstzünder (45 % dieser Haltergruppe), nur 32 Prozent nutzen Benziner. Stark genutzt werden in dieser Gruppe bereits die alternativen Antriebe (23 % der Fahrzeuge).

Angesichts der Benziner-Präferenz der Privatkunden ist diese Bauart auch die vorherrschende Motorisierung des deutschen Pkw-Bestands. 63 Prozent aller zugelassenen Autos fahren mit einem Ottomotor. Allerdings ist der Anteil damit um 2 Prozent gegenüber dem 1. Oktober 2021 gesunken. Auch der Diesel mit einem Anteil von 30 Prozent am Bestand hat in ähnlichem Ausmaß verloren.

Hinsichtlich der Betriebskosten lohnt sich die Präferenz des Diesels derzeit allerdings nicht oder nur marginal: Im Oktober lag der Literpreis für den Diesel über den Kosten für einen Liter Benzin. Durchschnittlich kostete der Diesel 20 Cent mehr – einer der größten Abstände in diesem Jahr. Zuletzt ist der Dieselpreis allerdings wieder stark gesunken.

Das Rätsel um die verschwundenen Elektroautos

Spannend ist eine Zahl jenseits der Verbrenner: der Schwund von rund 86.000 Elektroautos. Denn der Bestand an BEV und PHEV ist weniger stark gewachsen, als es die Neuzulassungen im laufenden Jahr nahelegen. Laut der DAT-Analyse wurden von Januar bis einschließlich September 272.473 BEV und 215.647 PHEV neu zugelassen. Der Bestand an Pkw mit diesen Antriebsarten ist aber deutlich geringer. Zum Stichtag 1.10.2022 fehlten im Vergleich zum Jahresstart genau 50.288 BEV und 36.600 PHEV. In welchem Maße Totalschäden, Abmeldungen, Stilllegungen oder Exporte Auslöser für diese Bestandslücke sind, lässt sich aus den Daten des Kraftfahrt-Bundesamts allerdings nicht ablesen.

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