IAA: Faszination Auto und Umwelt Faszination Auto und Umwelt

Redakteur: Joachim von Maltzan

Der VDA-Präsident Matthias Wissmann ist zuversichtlich, dass die IAA neue Impulse für den Automobilhandel bringen wird. Er fordert ausdrücklich, dass auch die Politik ihre Hausaufgaben erledigt, um der Unsicherheit des Verbrauchers zu begegnen.

Anbieter zum Thema

Redaktion: Was erwarten Sie von der 62. IAA?

Matthias Wissmann: Die diesjährige IAA Pkw hat eine ganz besondere Ausprägung. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich die Automobilindustrie in Zeiten hoher Kraftstoffpreise und einer intensiven öffentlichen Diskussion aufstellt. „Sehen, was morgen bewegt“ lautet das Motto dieser IAA – und es zeigt, dass wir uns den Zukunftsaufgaben stellen. So wird es neben vielen Premieren zahlreiche Beispiele von Herstellern und Zulieferern geben, wie wir die Kraftstoffeffizienz unserer neuen Modelle weiter steigern können. Zudem öffnen wir die weltweit wichtigste Messe auch für den Dialog mit gesellschaftlichen Gruppen, die dem Auto durchaus kritisch gegenüberstehen. Aber natürlich wird diese IAA auch genügend Raum für die „Faszination Auto“ bieten.

Der VDA hat seine Prognose für 2007 auf 3,2 Millionen Neuzulassungen gesenkt. Was erwarten Sie für die letzten Monate dieses Jahres?

Das erste Halbjahr war – vor allem zu Beginn – geprägt von den Nachwirkungen der Mehrwertsteuer-Erhöhung. In den letzten Monaten spüren wir eine leichte Stabilisierung, doch der Inlandsmarkt ist nach wie vor noch nicht in der Verfassung, die wir uns wünschen. Ich hoffe, dass gerade auch von der IAA positive Signale ausgehen, die sich dann auch am Markt auswirken könnten. Viel hängt natürlich von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung ab und davon, ob die Politik für stabile und verlässliche Rahmenbedingungen sorgt.

Die Privatkunden halten sich beim Fahrzeugkauf zurück. Gleichzeitig altert der Pkw-Bestand auf den deutschen Straßen. Wie kann man diesen Knoten lösen?

Die Zurückhaltung der Verbraucher und das hohe Durchschnittsalter im Fahrzeugbestand sind zwei Seiten einer Medaille. Falls die Neuausrichtung der Kfz-Steuer auf CO2-Basis entschieden und rasch umgesetzt wird, könnte sich das positiv auf den Markt auswirken. Die Erfahrungen, die wir mit der letzten Kfz-Steuerreform in den neunziger Jahren gemacht haben, sind ermutigend. Wenn besonders verbrauchsgünstige Fahrzeuge für einen bestimmten Zeitraum vollständig von der Kfz-Steuer befreit werden – und auch im Bestand die Regel gilt: Wer mehr CO2 emittiert, muss auch mehr zahlen – dann stellt das durchaus einen spürbaren Anreiz dar, sich für ein neues Fahrzeug zu entscheiden.

Haben die Automobilhersteller rechtzeitig und angemessen auf das Thema CO2reagiert?

Gerade die deutsche Automobilindustrie geht in der CO2-Diskussion in die Offensive. Unsere Hersteller zeigen auf der IAA Fahrzeuge, deren Verbrauch deutlich niedriger ist als bei den Vorgängermodellen. Auch im Markt ist das spürbar. So haben die deutschen Marken ihren Absatz von Neufahrzeugen, die weniger als 130 g/km CO2 emittieren – das entspricht einem Kraftstoffverbrauch von weniger als 5 Liter/100 Kilometer – im bisherigen Jahresverlauf im Inland um 17 Prozent gesteigert. Die Importeure dagegen mussten leichte Rückgänge hinnehmen. Das zeigt, dass dieses Angebot unserer Hersteller auch beim Kunden gut ankommt. Auf der IAA zeigen wir eine große Palette an innovativen Lösungen, um den Verbrauch zu senken. Stichworte hierfür sind: Clean Diesel, direkteinspritzender Benziner, Hybrid in allen Variationen – von der Start-Stopp-Automatik bis hin zu Full- Hybrid -, Erdgas- und Wasserstoffantrieben. Ergänzt wird dies durch alternative biogene Kraftstoffe, die unsere Abhängigkeit von den fossilen Energien Schritt für Schritt verringern.

(ID:222581)