Caravaning Fehlende Chassis und Personalmangel bremsen den Markt

Von Julia Mauritz

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Nach drei Quartalen steht bei den Caravaning-Neuzulassungen trotz starker Nachfrage und gut gefüllten Auftragsbüchern ein zweistelliges Minus in der Bilanz. Die Gründe sind vielschichtig. Die brüchigen Lieferketten sind einer davon.

Bei Reisemobilen ist die Liefersituation besonders dramatisch.(Bild:  CIVD)
Bei Reisemobilen ist die Liefersituation besonders dramatisch.
(Bild: CIVD)

Von Januar bis September wurden dem Caravaning Industrie Verband (CIVD) zufolge 78.011 Freizeitfahrzeuge in Deutschland neu zugelassen – das entspricht einem Rückgang von 13,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Während die Neuzulassungen in der Caravan-Sparte mit 21.110 Einheiten lediglich um 2,7 Prozent rückläufig waren, bedeuten 56.901 neu zugelassene Reisemobile ein Minus von 17 Prozent im Vergleich zum Rekordjahr 2021.

Die Gründe, die der CIVD für diesen Rückgang nennt, sind vielschichtig: Allen voran fehle es der Industrie wegen der brüchigen Lieferketten an Material und Komponenten. Oft könnten Fahrzeuge nicht ausgeliefert werden, weil einzelne Bauteile fehlen. Darüber hinaus ändern sich dem Verband zufolge ständig die Preise und die Verfügbarkeit zahlreicher Materialien und Bauteile, mit negativen Folgen für die Planungssicherheit der Betriebe.

Besonders dramatisch ist die Lage laut CIVD aufgrund eines Fahrzeugchassis-Mangels bei den Reisemobilen und Kastenwagen: Bestellte Reisemobile könnten ohne Basisfahrzeug nicht in die Produktion gehen. Nur bei den kompakten Campervans ist die Versorgungslage laut dem Verband etwas entspannter.

Als Reaktion auf diese Knappheit, die Branchenkreisen zufolge gerade beim Branchenprimus Stellantis besonders dramatisch ist, schließen die Hersteller von Reisemobilen vielfach Kooperationen mit neuen Basisfahrzeugherstellern. Die Folge ist, dass die Markenvielfalt in diesem Bereich wächst. Hersteller, die sowohl Caravans als auch Reisemobile produzieren, konzentrieren sich dem CIVD zufolge auf Erstere, um Produktionslücken zu vermeiden.

Zu kämpfen haben die Betriebe darüber hinaus mit einem akuten Fachkräftemangel und einer hohen Zahl an pandemiebedingten Personalausfällen. „Es ist eine frustrierende Situation für alle Beteiligten. Die Industrie könnte unter normalen Bedingungen deutlich mehr Fahrzeuge bauen und liefern. Doch angesichts der Probleme in der Produktion müssen Händler und Kunden leider länger als üblich auf ihre Reisemobile und Caravans warten“, bilanziert CIVD-Geschäftsführer Daniel Onggowinarso.

Pessimistisch in die Zukunft blickt Onggowinarso dennoch nicht: „Dieses Jahr wird unsere Branche keine neuen Zulassungsrekorde aufstellen. Allerdings liegen wir bei den Reisemobilen noch deutlich über den Werten der Vor-Corona-Jahre und haben insgesamt das drittbeste Ergebnis aller Zeiten für den Zeitraum Januar bis September erzielt. Das ist angesichts der extrem schwierigen Rahmenbedingungen ein sehr solides Ergebnis und zeigt, wie gut die Caravaning-Branche auf die Krisen reagiert hat.“ Sobald Fahrzeugchassis und Bauteile wieder besser verfügbar seien, könnten die Betriebe effektiver ihre Aufträge abarbeiten und kürzere Lieferzeiten realisieren.

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