Fiat-Deutschland-Chef abgelöst

Autor Jens Rehberg

Bei Fiat/Abarth bleibt es turbulent: Nun ist Giorgio Vinciguerra in seiner Funktion als Markenverantwortlicher bei FCA Deutschland abgelöst worden. Der Nachfolger kommt aus den Reihen des Importeurs.

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Giorgio Vinciguerra konnte sich nur ein Jahr lang an der Fiat-Deutschland-Spitze halten.
Giorgio Vinciguerra konnte sich nur ein Jahr lang an der Fiat-Deutschland-Spitze halten.
(Bild: FCA Deutschland)

Roberto Debortoli ist seit Kurzem neuer Fiat- und Abarth-Markenchef bei FCA Deutschland. Das bestätigte der Frankfurter Importeur am Freitag auf Nachfrage von »kfz-betrieb«. Debortoli löst Giorgio Vinciguerra ab, der die Marke erst vor einem Jahr übernommen hatte. Zuvor hatte Jan Scheidgen das Fabrikat ebenfalls nur für sehr kurze Zeit – sechs Monate – verantwortet. Zu den Gründen des jetzigen Wechsels schweigt FCA. Auch ist noch nicht bekannt, welche Tätigkeit Vinciguerra künftig ausüben wird. Wie aus Händlerkreisen zu hören ist, soll er aber weiter im Konzern beschäftigt bleiben.

Der neue Fiat-Deutschland-Chef Roberto Debortoli ist bereits seit 2001 bei dem Importeur in verschiedenen leitenden Funktionen hauptsächlich für den Logistikbereich verantwortlich. Zwischendurch konnte er allerdings im Rahmen einer neunmonatigen Tätigkeit als Regionalleiter Nord auch schon Vertriebserfahrung sammeln.

Die Fiat-Händler leiden derzeit unter unrealistisch hohen Zielvorgaben der Turiner Herstellerzentrale. Etwa drei Viertel der Vetriebspartner haben deshalb ihre Verkaufspläne für 2017 nicht unterschrieben. Derzeit laufen Schlichtungsgespräche mit 150 Händlern – dem Vernehmen nach soll FCA aber nach wie vor nicht von seinen überhöhten Volumenvorgaben abrücken.

Die Verkaufszahlen entwickeln sich unterdessen auf den ersten Blick vielversprechend – insbesondere im März; Fiat konnte im ersten Quartal mit rund 13.600 Fahrzeugen fast 50 Prozent mehr Pkw in Deutschland verkaufen als im Vorjahreszeitraum. Allerdings war vor einem Jahr das neue Volumenmodell Tipo noch nicht am Markt, der jetzt drei Viertel des Wachstums ausmacht. Der Rest des Zuwachses kommt vom Fiat 500 (rund 850 Einheiten mehr als im Vorjahr) sowie vom 124 Spider, der von Januar bis März 670 Mal hierzulande neu registriert wurde und ebenfalls im Vorjahreszeitraum noch nicht verfügbar gewesen war.

Die Zielvorgaben für die Vertriebspartner sehen allerdings eine im Durchschnitt 100-prozentige Volumensteigerung vor. Auch die Renditesituation der Fiat-Partner ist nach Aussage vieler Händler angespannt. Der Importeur gibt hierzu allerdings keine Zahlen mehr heraus.

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