Fiat: Ersatzteile schneller beim Händler
Die Local Distribution Center in Duisburg und Heidelbarg sollen die Bestell- und Lieferzeiten deutlich verkürzen.
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Fiat-Handelspartner in Deutschland haben in der Vergangenheit zu Recht zu lange Bestell- und Lieferzeiten kritisiert, gibt Julien Link, Direktor Parts & Services der Fiat Group Automobiles Germany AG zu.
Die deutschen Fiat-Händler wurden bisher über zwei Distributionswege mit Ersatzteilen versorgt: Die Ersatzteilleistungszentren, kurz ELZ genannt, wickelten rund 75 Prozent der Bestellungen ab, die restlichen 25 Prozent kamen aus dem Fiat-Regionallager im nordfranzösischen Vatry.
Kürzere Wege
Mithilfe so genannter lokaler Verteilungszentren in Deutschland (Local Distribution Center, kurz: LDC) organisiert Fiat – als zweiter Importeur nach Volvo – seine Ersatzteile-Logistik jetzt neu und setzt auf kürzere Wege.
Vor wenigen Wochen hat das neue Fiat-Haupt-Ersatzteilzentrum in Duisburg seine Tätigkeit aufgenommen. Es beliefert Vertriebspartner in Nordwest-Deutschland, Dänemark und den Niederlanden und seit Ende März auch Fiat-Partner in Ostdeutschland mit Ersatzteilen und Zubehör für die Marken Fiat, Lancia, Alfa Romeo, Fiat Professional und Abarth.
Anfang April geht ein zweites LDC in Heidelberg an den Start, das Händler im südwestdeutschen Raum versorgt. „Damit ist die LCD-Implementierungsphase in Deutschland vorerst abgeschlossen“, erläutert Frank Kremer, Abteilungsleiter Logistik von Fiat in Deutschland.
Die Serviceverbesserungen für Vertragspartner erläutert er so: „Über die LDC ermöglichen wir den angeschlossenen Betrieben tägliche Stockbestellungen. Das Bestell-Ende für die Eilorder verschiebt sich von 15 Uhr auf 18:30 Uhr. Tägliche Lagerbestellungen können bis 23 Uhr abgegeben werden und erreichen den Vertragspartner zwei Tage nach dem Bestelltag vor 8 Uhr.“
Hilfe bei der Bestandsoptimierung
Neu ist der Abholservice. Werkstätten, die Ersatzteile oder Zubehör selbst abholen, können die Order drei Stunden nach Eingabe ihrer Bestellung im LDC in Empfang nehmen. Händler im Umkreis von 90 Fahrminuten profitieren von der Tagesanlieferung: Vor 10 Uhr georderte Teile werden bis 15:30 Uhr zugestellt.
Insgesamt sind rund 900 Händler an das LDC Duisburg und 360 Händler an das LDC Heidelberg angeschlossen. Ab Duisburg können pro Arbeitstag rund 14 Tonnen, ab Heidelberg 7,5 Tonnen Teile und Zubehör ausgeliefert werden.
Als Kooperationspartner bei der Umsetzung des LDC-Konzepts setzen die Fiat-Strategen auf das Logistik-Unternehmen CEVA.
Mit dem in einer Pilotphase getesteten Analysesystem PRIM will Fiat seine Partner bei der Bestandsoptimierung unterstützen. „Das System erarbeitet anhand gesammelter Bestell- und Warenausgangsdaten automatisch Bestellvorschläge“, erklärt Julien Link.
In Italien hat Fiat sein LCD-Netz mit sieben Standorten fertig aufgebaut. „Seither verzeichnen wir im Aftersales deutliche Zuwächse“, so Link. „Offensichtlich weichen Händler seltener auf Fremdprodukte aus, wenn Originalteile schnell verfügbar sind. Und wenn im Aftersales mehr Originalteile verbaut werden, profitieren die Qualität und das Image der Marke.“ ?
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