Fiat-Maurer geht in die Pleite

Redakteur: Dipl.-Päd. Gerd Steiler

Das traditionsreiche Fiat-Autohaus Maurer im rheinland-pfäzischen Kirn hat beim Amtsgericht Bad Kreuznach Insolvenz angemeldet. Ein größerer Händler könnte eventuell als Investor einsteigen.

Das Autohaus Maurer im rheinland-pfäzischen Kirn (Landkreis Bad Kreuznach) steht vor dem vorläufigen Ende. Wie der Online-Dienst „Main-Rheiner.de“ berichtet, hat der traditionsreiche Fiat-Betrieb am vergangenen Freitag Insolvenz beim Amtsgericht Bad Kreuznach angemeldet.

Laut Geschäftsführer Karl-Otto Süß soll der Gang zum Insolvenzrichter aber nicht das endgültige Aus für das in diesem Jahr 90 Jahre alt gewordene Unternehmen bedeuten. „Wir stehen schon im Gespräch mit einem möglichen Investor“, so Süß. Wenn alles glatt gehe, werde ein größerer Händler einsteigen. Sollte dies gelingen, werde das neu aufgestellte Unternehmen über den Fiat-Vertrieb hinaus wohl eine andere Strategie fahren. Bis dahin solle der Betrieb jedoch ohne Einschränkungen weiterlaufen.

Umweltprämie als Bumerang

Als Grund für die finanzielle Schieflage des Unternehmens nennt Süß die Auswirkungen der aktuellen Wirtschafts- und Branchenkrise. „Wir haben zwar in diesem Jahr schon 209 Neuwagen verkauft - allein im April 87 - aber nach Steuern bleibt für uns nichts hängen“, erklärt der Noch-Geschäftsführer. Gerade die durch die staatliche Umweltprämie ausgelösten „Massenbestellungen“ hätten die Finanzsituation des Unternehmens weiter verschärft. Denn der Händler musste dafür in nicht unerhebliche finanzielle Vorleistung treten und konnte deshalb die Forderungen seiner Hausbank nicht mehr erfüllen.

„Verdienst stimmte nicht mehr“

Dennoch will sich der Noch-Geschäftsführer mit aller Kraft darum bemühen, eine Lösung zu finden, damit es für das Traditionsautohaus und seine derzeit rund 20 Mitarbeiter weitergehen kann. Vor allem seinen derzeit 5 Lehrlingen wolle Süß auf jeden Fall die Chance geben, ihre Ausbildung abzuschließen.

„Es ist hart, aber das Geschäft war schon in den letzten beiden Jahren stark rückläufig“, sagt Süß im Blick auf die wirtschaftliche Situation des Autohauses. „Die Produkte passen, wir haben nach wie vor viele treue Kunden, nur der Verdienst stimmte einfach nicht mehr“, so Süß weiter.

Besonders schmerzlich für den Noch-Geschäftsführer war der vergangene Montag, als die Fiat-Bank ihre Fahrzeuge vom Hof des Fiat-Händlers holte. „Würden die Autos noch hier stehen, würde es wohl kaum jemandem auffallen, wie schlecht es uns geht“, sagt Süß niedergeschlagen.

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