Finanzdienstleistungen: Leasing wird digital

Autor / Redakteur: Joachim von Maltzan / Joachim von Maltzan

Die Digitalisierung bringt viele Veränderungen mit sich – im privaten wie im geschäftlichen Leben. Auch das Leasinggeschäft ist betroffen: Die Branche muss sich den veränderten Ansprüchen der Verbraucher stellen.

Auch vor dem Leasinggeschäft macht die Digitalisierung keinen Halt.
Auch vor dem Leasinggeschäft macht die Digitalisierung keinen Halt.
(Bild: © vege - stock.adobe.com)

Lange Jahre schien das Prinzip unverrückbar: Gewerbliche Kunden, insbesondere Flottenbetreiber, wählen Leasing als praktikabelstes Finanzierungsmodell, wenn sie neue Fahrzeuge anschaffen müssen. Dafür sprechen steuerliche Gründe – schließlich kann der Leasingnehmer die Leasingrate vollständig abschreiben und braucht die Fahrzeuge nicht zu bilanzieren. Gleichzeitig muss sich der Fuhrparkleiter im Regelfall nicht darum kümmern, die Autos nach Ablauf des Leasingvertrags wieder zu veräußern. Er übergibt sie dem Leasinggeber bzw. einem Autohaus als dessen Vertreter, und die Angelegenheit hat sich für ihn erledigt. Das macht Leasing für solche Kunden attraktiv.

Leasing ist längst nicht mehr aus dem Wirtschaftsalltag wegzudenken, wie der Verband der Leasinggesellschaften in seinem Jahresbericht 2017 belegte. Danach liegt der Leasinganteil an den gesamtwirtschaftlichen Ausrüstungsinvestitionen derzeit bei 24 Prozent. 2016 realisierte die Leasingwirtschaft Investitionen in Höhe von 64,2 Milliarden Euro. Das Neugeschäft der Branche wuchs um neun Prozent und damit deutlich dynamischer als die entsprechenden gesamtwirtschaftlichen Investitionen. Auch in das erste Quartal 2017 ist die Leasingwirtschaft nach Mitteilung des Verbands mit einem Plus von zehn Prozent gestartet. Weniger attraktiv war Leasing bisher für private Kunden. Da sie die Raten steuerlich nicht geltend machen können, ist Leasing für sie ein teures Finanzierungsmodell. Kein Wunder, dass sich ihre Anzahl jahrelang sehr in Grenzen hielt.