Finanzierungsbetrug: Händler als Mittäter

Autor / Redakteur: Jakob Schreiner / Jakob Schreiner

Seit 2015 haben Finanzierungsbetrüger mit einer raffinierten Masche bereits einen Schaden von mehreren Millionen Euro angerichtet. Zur Verantwortung werden bislang allerdings nur die Händler gezogen, die sich auf die dubiosen Geschäfte einlassen.

Damit der Betrug überhaupt funktioniert, muss der Autohändler mitspielen und den Betrügern den Geldbetrag aus der Überfinanzierung ausbezahlen.
Damit der Betrug überhaupt funktioniert, muss der Autohändler mitspielen und den Betrügern den Geldbetrag aus der Überfinanzierung ausbezahlen.
(Bild: © Gaj Rudolf - stock.adobe.com)

Die Bank Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (BDK) warnt aktuell mit einem Schreiben Autohändler vor Finanzierungsbetrügern. Mit einer raffinierten Masche versuchen die Betrüger, Autohäuser dazu zu bringen, überfinanzierte Kreditverträge für den Fahrzeugkauf bei einer Bank zu beantragen und den Überschuss an sie auszuzahlen. Die dafür nötigen Kunden akquirieren die Betrüger und vermitteln sie den Autohändlern. Die Händler werden so zu Mittätern – und wie vorliegende Fälle zeigen, mussten sie bislang für den entstandenen Schaden aufkommen, da weder Kunde noch Betrüger belangt wurden.

Wer muss für den Schaden aufkommen?

Nazik Tuna, Abteilungsleiterin Compliance bei der BDK, erläutert den bisherigen Umgang mit den Betrugsfällen und warnt Autohändler davor, auf dubiose Geschäfte einzugehen. „Die Autohändler wittern das schnelle Geld und gehen auf die Masche ein. Sie machen sich so zu Mittätern“, sagt Nazik Tuna. Häufig brechen sie dabei die vertraglichen Vereinbarungen mit der Bank, da beispielsweise Vermittlergeschäfte ausdrücklich ausgeschlossen sind. „Die Forderungen können einen Autohändler in die Zahlungsunfähigkeit treiben“, warnt Tuna. Mit überschaubaren Fallzahlen verursachen die Betrüger schnell einen Schaden von einigen Hunderttausend Euro.