Ford Beck: Fachbetrieb für US-Importe wird 75

Redakteur: Andreas Grimm, Andreas Grimm

Seit 75 Jahren handelt das Unternehmen aus Wildflecken in der Rhön mit der Mobilität. In den vergangenen Jahrzehnten hat sich das Autohaus überregional einen Namen als Spezialist für US-Importfahrzeuge gemacht.

Die Autohaus Franz Beck KG in Wildflecken feiert in diesen Tagen ihr 75-jähriges Bestehen. Das Kfz-Unternehmen in dem kleinen Ort in der Rhön hat es im letzten Vierteljahrhundert durch den Handel und die Reparatur von und mit US-Fahrzeugen zu einiger Bekanntheit gebracht.

Diese Entwicklung hat Seniorchef Franz Beck einerseits dem Zufall zu verdanken, andererseits unternehmerischer Weitsicht. 1951 war Wildflecken Stationierungsort der US-Streitkräfte geworden und „die Amerikaner brachten von Anfang an tolle Fahrzeuge mit nach Wildflecken“, erinnert sich Beck, der von 1950 bis 1952 eine Lehre als Schmied und anschließend eine Ausbildung zum Kfz-Schlosser machte. „Da wussten wir gleich, wo die Zukunft liegt!“

1994 verließen die Amerikaner allerdings den Standort, die plötzlich fehlende Wirtschaftskraft ließ viele Firmen in der Region straucheln. Dem Autohaus gingen in der Folge viele Aufträge verloren - und die Spezialkenntnisse der Mitarbeiter und Erfahrungen mit amerikanischen Fahrzeugen lagen brach. Juniorchef Christoph Beck machte aus der Not eine Tugend und warb bei deutschen Besitzern amerikanischer Fahrzeuge und weiter entfernt stationierten Amerikanern mit der Kompetenz seiner Werkstatt. Ergänzend dazu nahm er ab 1995 den Import von Fahrzeugen aus den USA auf, die es auf dem europäischen Markt nicht gibt.

Zertifizierung durch Ford USA

Inzwischen sieht sich das Autohaus Beck „als ein überregionaler Geheimtipp in der US-Fahrzeugszene“. Die Kunden könnten damit rechnen, bei Beck Hilfe für die unmöglichsten Schadensbilder zu finden. Dazu kommt, dass das Unternehmen eine Zertifizierung zum „autorisierten US-Ford-Händler“ durch Ford USA erhalten hat. Sie macht das Rhöner Autohaus zu einem von nur wenigen offiziellen Anlaufstellen in Deutschland für Garantiefälle und Spezialreparaturen von US-Fords. Begleitet wird das Ford-Engagement durch den Import und Handel mit Original-Ersatzteilen aus den USA, die in maximal sieben Tagen auf dem Firmenhof sind.

Die Ford-Signalisation hat ungeachtet der Spezialisierung durchaus Bedeutung für den heimischen Automarkt, denn natürlich bedient Beck die heimischen Kunden auch mit europäischen Ford-Fahrzeugen. „Sie halten uns teilweise schon jahrzehntelang die Treue“, freut sich Firmenchef Christoph Beck. Er leitet seit 2008 die Firma, nachdem sich sein Vater Franz Beck zurückgezogen hatte. Der jüngste Bruder Markus leitet seit 1987 den Bereich Karosseriebau und Unfallinstandsetzung.

Ford-Händlervertrag seit 54 Jahren

Die Tradition des Unternehmens reicht streng genommen bis ins Jahr 1890 zurück. Damals betrieb Franz Josef Gundelach in Wildflecken eine Schmiede. 1936 gründete sein Schwiegersohn Josef Beck im gleichen Anwesen ein Fachgeschäft für Fahrräder und Motorräder. Neben der weiterhin betriebenen Schmiede verkaufte und reparierte er vor allem Fahr- und Motorräder der Marken DKW, NSU und Adler.

Nach dem Neustart nach dem Krieg und seinen Lehrjahren etablierte der heutige Seniorchef Franz Beck unter dem Eindruck der Motorisierung der stationierten US-Soldaten die Sparten Kfz-Technik und -Handel im elterlichen Betrieb. 1956 eröffnete er eine Tankstelle und erhielt 1957 den bis heute gültigen Ford-Händlervertrag.

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