Mit dem Capri will Ford seine Sportcoupé-Legende zumindest namentlich ins Elektrozeitalter überführen. Kurz nach Marktstart senkten die Kölner die Preise ihres Crossover-Modells und spendierten ihm ein praktisches Detail.
Ford verhilft dem Namen Capri zum Comeback.
(Bild: Ford)
Ford geht es nicht gut, zumindest in Europa nicht. Die Verkäufe sind zweistellig gefallen, das Modellangebot wurde stark ausgedünnt. Ka, Fiesta, S-Max, Galaxy und Mondeo sind Geschichte. Das gleiche Schicksal ereilt in diesem Jahr den Focus. Ein Nachfolger für den Golf-Konkurrenten ist nicht in Sicht. Als Marke muss sich Ford mittlerweile hinter Seat/Cupra und Toyota einreihen.
Damit nicht genug. Ford setzt sehr stark auf Elektrifizierung, eine Strategie nicht ohne Risiko, denn das Angebot übertrifft deutlich die Nachfrage, branchenweit. Konnten Ford-Kunden vor gut 15 Monaten aus dem Modellangebot einzig den Mustang Mach-E als Elektroauto wählen, sind es heute neun BEV-Modelle, inklusive der Baureihen Tourneo und Transit, die in den Showrooms stehen.
Allein die Investition ins Kölner Werk verschlang rund zwei Milliarden Euro. Hier laufen die Strom-Modelle Explorer und Capri vom Band. Letzterer ist zugleich das Flaggschiff der Marke und mag, zumindest bei älteren Autofahrern, Assoziationen an den Ur-Capri von 1969 wecken.
Auf den Capri setzt Ford große Hoffnungen, will mit dem 4,63 Meter großen Crossover vor allem Familien ansprechen. Kein Wunder, Platz gibt es reichlich, die Beinfreiheit auf den Rücksitzen ist großzügig, der Kofferraum mit 572 Liter sogar größer als einst im Mondeo. Hinzu kommen clevere Details, wie der doppelte Ladeboden oder eine Art Kunststoffeimer in der hinteren linken Seitenwand, ideal fürs Ladekabel, aber auch für schmutzige Schuhe nach den Hundespaziergang. Ebenso smart ist die Mittelablage zwischen den Vordersitzen, mit diversen umsteckbaren Fächern sehr variabel konstruiert und 17 Liter groß. Sogar zwei 1,5-Liter-Wasserflaschen passen hinein.
Der Frunk bietet Platz für kleines Gepäck
Als jüngste Neuheit präsentiert Ford nun einen Frunk: Die ersten, vor wenigen Wochen ausgelieferten Capri hatten diesen nicht. Diesen zusätzlichen Stauraum unter der Fronthaube haben viele E-Autos, allerdings nicht die Modelle VW ID.4 und ID.5. Und da Volkswagen die MEB-Architektur an Ford liefert, war bislang auch dem Capri der Frunk missgönnt. Doch Fords Ingenieure gaben sich damit nicht zufrieden und konstruierten eine über die gesamte Breite gehende Ablage, in der beispielsweise ein Regenschirm, eine Jacke oder auch das Ladekabel gelegt werden kann. „Der Capri ist das erste MEB-Produkt mit Frunk“, sagt Amko Leenarts, der Designer des Capri. Man darf gespannt sein, ob VW, Skoda, Cupra und Audi die Idee aufgreifen.
Antriebstechnisch bleibt beim Capri alles wie gehabt. Der Einstieg beginnt mit 125 kW/170 PS Leistung, Heckantrieb und einer Batterie mit 52 kWh. Das Topmodell hat 250 kW/340 PS, zwei Motoren und 79 kWh Kapazität. Eine Testfahrt mit dem Allrad-Capri zeigte erneut, wie gut es die Ford-Leute verstehen, Fahrwerke professionell zu verbessern. Fahrspaß stand beim Capri an oberster Stelle. Das Handling geriet perfekt, die Lenkung arbeitet präzise, der Abrollkomfort ist top, der Gesamteindruck solide und ausgewogen. Hinzu kommt die gleichmäßige und geschmeidige Kraftentfaltung des Elektroantriebs. Viel angenehmer lässt sich ein Auto in diesem Segment nicht bewegen.
Bis zu 627 Kilometer Reichweite
Wer sich für die mittlere Version mit 210 kW/285 PS und den 77-kWh-Akku entscheidet, darf sich obendrein über einen weiteren Superlativ freuen: Der Capri schafft mit einer Batteriefüllung 627 Kilometer (nach WLTP) und übertrifft damit sämtliche Konkurrenten, selbst den ehemaligen Reichweiten-Champion Tesla Model Y Long Range.
Auch was den Ladekomfort unterwegs betrifft, fährt der Capri in der oberen Liga. In Deutschland besteht beispielsweise bei Allego, Ionity und Aral pulse die Möglichkeit für Plug & Charge. Heißt: Das Auto kommuniziert direkt mit der Ladesäule, es muss zur Authentifizierung keine Karte gegengehalten oder eine App aufgerufen werden, einfach Stecker rein, Strom fließt.
Überarbeitet hat Ford die Modellstruktur sowie die Verkaufspreise. Letztere wurden gesenkt. Gab es den Capri bislang in zwei Linien (Basis und Premium), kann man jetzt unter drei Ausstattungsversionen wählen: Style, Select und Premium. Style als Einstiegsmodell mit 52-kW-Batterie und Heckantrieb beginnt zukünftig bei 42.400 Euro (zuvor 44.950 Euro). Bei der Variante Select hat der Kunde die Wahl zwischen 77 kWh und Heckantrieb sowie 79 kWh und Allrad. Der Preis: ab 51.400 Euro. Die Ausstattung Premium wiederum lässt alle drei Batteriegrößen zu und startet mit dem kleinsten Akku bei 48.400 Euro.
Ob Ford sein Modellangebot beim Capri weiter ausbaut, bleibt bislang unbeantwortet. Potenzial wäre vorhanden, denn die Geschichte des Original-Capri hätte noch einiges im Köcher. Man denke hier nur an das coole Kultauto Capri RS 2600. Gerüchte kursieren, dass die Kölner in dieser Richtung bereits etwas planen.
Stand: 08.12.2025
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