Ford Focus: Das Auto mit der Bor-Säule
In der neuesten Generation des Ford Focus hat der Kölner Automobilbauer den größten Anteil hochfester Stähle verbaut, den es jemals in einem Ford gab. Die Würzburger Karosserietage zeigen, welche Bedeutung das für die Fahrzeuginstandsetzung hat.

In der neuesten Generation seines Kompaktmodells Focus, so verkündet es Ford, haben die Ingenieure den größten Anteil hochfester Stähle verbaut, den es jemals in einem Auto des Kölner Herstellers gab. Dabei war das Ziel nicht, einen Panzer zu bauen: Vielmehr hilft die höhere Steifigkeit dieser Materialien, mit dünneren Blechdicken auszukommen und damit das Gewicht zu senken.
Die Verwendung der hochfesten Stähle hat natürlich Auswirkungen auf die Reparatur der Karosserie. Während der Würzburger Karosserietage, die »kfz-betrieb« in Zusammenarbeit mit den Sponsoren Carbon, Dekra und Terroson am 22./23. Juni im Vogel Convention Center durchführt, gehen ausgewiesene Spezialisten auf dieses Thema ein. Der Kraftfahrzeugtechnische Dienst (KTD) aus Calw wird die Karosserie-Instandsetzung beim Ford Focus beleuchten.
Die Festigkeit der verwendeten Stahlbleche hat sich innerhalb weniger Jahre von 600 auf 1.000 Megapascal (N/mm²) gesteigert und das mit der Tendenz zu weiter steigenden Ansprüchen. Neueste Entwicklungen sind ultrahochfeste Stahlblech-Qualitäten zum Kaltumformen sowie Borstähle zum Presshärten. Zur Verbesserung des Korrosionsschutzes setzt Ford Oberflächenbeschichtungen aus einem Gemisch von Zink, Magnesium und Aluminium ein, die gleichzeitig die Tiefzieheigenschaften verbessern.
Bis zu 75 Prozent mehr Steifigkeit
Hochfeste Stähle machen an der Rohkarosserie rund 55 Prozent des Materialeinsatzes aus. Fast die Hälfte davon ist sogar ultrahochfester Stahl mit dem Legierungselement Bor, der die Festigkeit des Stahl deutlich erhöht.
Der neue Focus übertrifft den Vorgänger in puncto Biegesteifigkeit um durchschnittlich 47 Prozent und bei der Torsionssteifigkeit um 15 Prozent, heißt es bei Ford. Nochmals deutlicher fallen die Fortschritte an bestimmten Punkten in der Karosserie aus, die für die Fahrdynamik und den Komfort wichtig sind. An den Anlenkpunkten für die Radaufhängungen erzielten die Ingenieure nach eigenen Angaben eine um bis zu 75 Prozent höhere Verwindungsteifigkeit.
Besonders stolz sind die Kölner auf die Konstruktion und Fertigung der B-Säule. Dieses für die Chassis-Struktur so maßgebliche Element besteht nun aus ultrahochfestem Bor-Stahl. In einem neuartigen Walzprozess wird das Bauteil buchstäblich auf Maß gefertigt: Die Materialstärke variiert über die gesamte Länge und entspricht auf diese Weise exakt den lokal anliegenden Belastungen. Dabei handelt es sich um acht verschiedene Querschnitte von 1,35 bis 2,70 Millimeter. So kann die B-Säule bei einem Seitencrash mehr Energie aufnehmen und die Insassen besser schützen.
Würzburger Karosserietage
Wer mehr über die Karosserie-Instandsetzung beim Ford Focus wissen möchte, sollte die Würzburger Karosserietage im Vogel Convention Center am 23. Juni 2012 besuchen. Die Veranstaltung richtet sich an alle Unternehmen, die Karosserie- und Lack-Instandsetzung anbieten. Neben einem fundierten Vortragsprogramm erwartet die Besucher eine große Fachausstellung rund um die K&L-Reparatur.
Folgende Unternehmen unterstützen die Veranstaltung in der Ausstellung:
Carbon, Dekra, Teroson, Adam Opel, Adolf Würth, Blackhawk, Bolin Technologies, Car-O-Liner, Celette, Control Expert, DAT, Dent Wizard, Die Lackschwester, Eurogarant, Ford, GYS, Keller & Partner, KSR, L-Tec, Mirka, Peter Kwasny, Sehon, Spies Hecker, TLA Technik, Toyota, TTS Tooltechnik, Wieländer+Schill, Wolf Anlagen-Technik.
Das komplette Programm finden Sie unter www.wuerzburger-karosserietage.de. Dort können Sie sich auch zur Veranstaltung anmelden ª oder direkt per E-Mail an Catharina Leybold.
(ID:33985520)