Ford nimmt Fremdfabrikate ins Visier
Mit dem Startschuss der neuen europäischen Marke Omnicraft können die deutschen Ford-Partner künftig Ersatzteile für alle Marken anbieten.

Ab dem 6. Juni können die deutschen Ford-Partner in ihren Betrieben auch Ersatzteile und Standard-Services für Fremdfabrikate anbieten. Dann geht die neue Ersatzteilmarke „Omnicraft“ von Ford Europa offiziell an den Start. Erklärtes Ziel des Herstellers ist es, dem Handel so neue Ertragschancen im Aftersales zu erschließen.
Zu Beginn des Programms konzentriert sich Ford auf die am häufigsten angeforderten Ersatzteile wie Ölfilter, Bremsbeläge und -scheiben, Anlasser oder Lichtmaschinen. In den kommenden Monaten sollen weitere Produkte folgen, darunter Bremszylinder und Radlager sowie weitere Fahrzeug-Verschleißteile. Die Ford-Partner können die entsprechenden Dienstleistungen ihren Werkstattkunden anbieten und sie können die Ersatzteile auch für ihren eigenen Gebrauchtwagenbestand nutzen.
Bestellen können die deutschlandweit zirka 1.800 autorisierten Ford-Service-Betriebe über die 280 Ford-Ersatzteilhändler, die es hierzulande gibt.
So gibt es künftig bei den Ford-Händlern drei Arten von Ersatzteilen: Originalersatzteile für den Service an jüngeren Fahrzeugen, „Motorcraft“-Teile für Ford-Fahrzeuge, die älter als fünf Jahre sind, und „Omnicraft“-Teile für Fremdfabrikate. Bei letzteren handelt es sich um so genannte Nachmarktteile, die sich preislich an den großen Teilelieferanten orientieren sollen.
Eine nationale Werbekampagne für Endkunden, um die Marke Omnicraft bei den Fahrern von Fremdfabrikaten bekannt zu machen, ist einem Ford-Sprecher zufolge aktuell nicht geplant.
Der Sprecher des Arbeitskreises Service im Ford-Partnerverband, Klaus Sorg, gibt sich bezüglich Omnicraft skeptisch: „Ich sehe es kritisch, ob es gelingen wird, auf diesem Weg Fremdfabrikate in die Ford-Werkstätten zu bringen.“
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