Ford-Partnerverband: Geschäftsmodell Autohaus auf dem Prüfstand

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Dr. Klaus Sorg, Sprecher des Arbeitskreises Service und Teile, wies darauf hin, dass der Deckungsbeitrag im Service künftig noch höher als bei den aktuell 60 Prozent liegen werde und appellierte an die Händler, noch stärker die älteren Fahrzeuge im Fokus zu haben. Als Herausforderungen nannte Sorg unter anderem die zu verbessernde Produktivität im Service sowie die hohen Kosten und den hohen Aufwand bei der Garantieabwicklung. Hinsichtlich des neuen weltweiten Garantiesystems von Ford, das 2013 eingeführt wird, versicherte Sorg, der Händlerbeirat werde nur zustimmen, wenn der Ford-Handel daraus einen Nutzen ziehen könne.

Programme konsequent nutzen

Wolfgang Booms, Geschäftsführer Marketing und Vertrieb der Kölner Ford-Werke, gewährte einen Ausblick auf die künftigen Fahrzeugmodelle und Technologien und beleuchtete die aktuelle Absatzsituation weltweit und in Deutschland: „Die One-Ford-Strategie greift und zeigt erste Ergebnisse. Das operative Geschäft des Mutterkonzerns war 2011 erneut profitabel.“ Das Ergebnis vor Steuern von Ford Europa war indes aufgrund der schwachen Märkte in Südeuropa sowohl im vergangenen Jahr als auch im ersten Quartal 2012 rückläufig. Es fehlten 100.000 Einheiten.

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In Deutschland sei Ford im vergangenen Jahr mit einem Marktanteil von 7,4 Prozent die „Wachstumsmarke Nummer eins“ gewesen. In den ersten vier Monaten des laufenden Jahres sei der Marktanteil leicht auf 7,2 Prozent gesunken, weil man das Geschäft mit den taktischen Zulassungen bewusst nicht mitgegangen sei. Die größte Herausforderung im laufenden Jahr bestehe darin, das schwächelnde Privatkundengeschäft anzustoßen.

Der zunehmende Trend hin zu herstellereigenen Zulassungen und Tageszulassungen zeige, dass der Wettbewerb immer schärfer werde. „Es ist ein sehr taktisches Spiel in diesem Jahr. Aber wir haben mit unseren Produkten und Programmen sehr gute Karten“, betonte Booms. Als Beispiele nannte er unter anderem die Champions-Editionsmodelle, eine wettbewerbsfähige Finanzierungsrate von 1,99 Prozent für Gewerbekunden sowie spezielle Leasingprogramme für Bufdis und Fahrschulen. Um das Endkundengeschäft anzukurbeln, kündigte der Geschäftsführer zudem eine Reihe neuer Auftragseingangsprämien an.

Booms appellierte an die Händler, angesichts des rauen Winds konsequent alle Kundenbindungsprogramme zu nutzen, die der Hersteller bietet, und das erfolgreiche Geschäft mit Gewerbekunden weiter voranzutreiben. „Besinnen Sie sich auf Ihre Stärken, nutzen Sie das Eroberungspotenzial der neuen Modelle und schauen Sie nicht auf die Wettbewerber.“

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