Ford-Partnerverband: Geschäftsmodell Autohaus auf dem Prüfstand

Autor / Redakteur: Julia Mauritz / Gerd Steiler

Die Jahreshauptversammlung des Ford-Partnerverbands in Berlin hat über Maßnahmen diskutiert, mit denen das Privatkundengeschäft angekurbelt werden soll.

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Wollen Ford gemeinsam nach vorne bringen: Wolfgang Booms, Geschäftsführer Marketing und Vertrieb der Kölner Ford-Werke (li.) und Volker Reichstein, Präsident des Ford-Partnerverbands.
Wollen Ford gemeinsam nach vorne bringen: Wolfgang Booms, Geschäftsführer Marketing und Vertrieb der Kölner Ford-Werke (li.) und Volker Reichstein, Präsident des Ford-Partnerverbands.
(Foto: Scheid)

Die Zukunft des Geschäftsmodells Autohaus, das schwierige Retailgeschäft und der schwache Showroomtraffic zum Jahresstart 2012 standen im Fokus der diesjährigen Jahreshauptversammlung des Ford-Partnerverbands in Berlin. „Das klassische Geschäftsmodell der Autohäuser wird aus verschiedenen Richtungen bedroht – vor allem von Internet-Vermittlern, Leasinggesellschaften und im Service auch vom ADAC“, sagte Verbandspräsident Volker Reichstein vor über 700 teilnehmenden Händlern.

„Wir können uns das fortschreitende Outsourcing nicht mehr leisten. Es ist an der Zeit, gemeinsam mit dem Hersteller eine One-Ford-Strategie auf die Beine zu stellen, in der der Handel ein unabdingbarer Bestandteil ist. Das Autohaus muss wieder wie in der Vergangenheit ein unverzichtbarer Dienstleister über den gesamten Lebenszyklus eines Fahrzeugs werden. Dazu müssen wir alle Geschäftsfelder auf den Prüfstand stellen“, so Reichstein weiter.

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Aktuell erarbeitet der Partnerverband mit dem Ford-Management verschiedene Konzepte. Die erste Maßnahme ist die Einführung einer lebenslangen, inspektionsgebundenen Mobilitätsgarantie, die am 1. Juni an den Start geht.

Ford trägt dabei die Mobilitätskosten für die Inspektionskunden in den ersten fünf Jahren, die Ford-Händler übernehmen sie ab dem sechsten Fahrzeugjahr. Der ADAC wurde für das Jahr 2012 als Dienstleister bestellt. Ab 2013, so die Vorstellung des Partnerverbands, soll die Ford-Händlerorganisation den Mobilitätsservice selbst übernehmen. „Unser Ziel ist es, dass der Handel künftig in der Lage ist, ein Gesamtmobilitätskonzept anbieten zu können“, verdeutlichte Reichstein.

Beste Umsatzrendite seit zehn Jahren

Die aktuelle wirtschaftliche Lage der Ford-Händler beschrieb Volker Reichstein als zufriedenstellend: Man blicke auf drei erfolgreiche Jahre zurück und habe 2011 mit einer Umsatzrendite von 1,94 Prozent das beste Ergebnis seit zehn Jahren erreicht.

Sowohl die Bruttoerträge im Neuwagen- als auch im Gebrauchtwagengeschäft seien gestiegen. Auch das Teile- und Servicegeschäft habe sich im Vergleich zum Vorjahr stabil entwickelt. Grund zum Jubeln sieht der Präsident des Ford-Partnerverbands dennoch nicht. „Nötig wäre eine Umsatzrendite von drei Prozent“, betonte er.

Die ersten Monate des laufenden Jahres zeigten, dass auch für die Ford-Händler 2012 kein leichtes Jahr werde. Die Deckungsbeiträge seien gesunken und die Kosten für die Handelsbetriebe seien gleichzeitig in allen Abteilungen gestiegen. Vor allem das schwache Retailgeschäft bereitet dem Präsidenten Sorgen, auch im Versicherungsbereich gebe es noch deutlich Verbesserungspotenzial.

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