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Dennoch beklagen die Ford-Händler nach wie vor, dass sie ihren Kunden nicht genau Auskunft darüber geben können, wann ihr Fahrzeug kommt ...
Das hat IT-technische Gründe. Im Lauf des Jahres 2020 werden wir ein neues, globales Order-to-Deliver-System einführen, das aktuell final spezifiziert wird. Dann wird sich auch dieses Problem lösen.
Wird der Handel in diesem Jahr im Schnitt die anvisierte Umsatzrendite von 1,6 Prozent erreichen?
Ob wir die 1,6 Prozent Umsatzrendite erreichen werden, kann ich aktuell noch nicht sagen. Aber ich sehe die Händlerprofitabilität auf einem guten Kurs.
In England können die Ford-Kunden ihren Neuwagen im Rahmen eines Pilotprojekts bereits online bestellen. Zudem betreibt Ford mit Rockar einen digital basierten Store in einem Einkaufszentrum. Wie sehen die Pläne für solche alternativen Vertriebsmodelle hierzulande aus?
Wir werden Anfang 2019 eruieren, in welchen Märkten welche Vertriebsmodelle sinnvoll sind. Fest steht, dass wir auch künftig kein Interesse daran haben, hierzulande selber als Händler aufzutreten, weder über einen Onlineshop noch über Digital- oder Pop-up-Stores. Wenn wir wie in England einen Store in der Innenstadt eröffnen werden, dann nur in Kooperation mit einem Händler. Auch den Onlinevertrieb werden wir über den Handel abwickeln: Das Kerngeschäft – von der Testfahrt bis zum Kaufabschluss – wird weiter dem Handel obliegen.
Viele Hersteller kündigen aktuell mit Verweis auf die Digitalisierung die Händlerverträge. Müssen auch die Ford-Händler damit rechnen?
Auch wir müssen unser Geschäftsmodell leicht anpassen, eine Vertragskündigung ist aber nicht geplant. Wir werden die nötigen Anpassungen wie gewohnt partnerschaftlich mit dem Händlerverband angehen, der immer das Beste für die Händler herausholt und gleichzeitig ein verlässlicher Partner für uns ist. Wir werden in Strategiegruppen und dem engen sowie dem erweiterten Händlerbeirat konstruktiv verhandeln, denn letztlich wollen wir uns weiter gemeinschaftlich entwickeln. Wichtig ist mir, Komplexität aus dem Geschäft herauszunehmen. Es wird darum gehen, aus dem Wust an Regelungen ein ordentliches Businessmodell zu machen. Dabei setze ich klar auf den eigenverantwortlichen Händler, der Interesse daran hat, das Beste aus seinem Geschäft herauszuholen. Es bringt meiner Meinung nach wenig, dies als Hersteller über komplexe Regelwerke oder per Auditprozesse sicherzustellen.
Wird Ford trotz des immer raueren Gegenwinds auch 2019 in Deutschland weiter wachsen?
Ja, wenngleich wir unsere geplanten Verkaufszahlen erst zum Jahresende an unsere Händler kommunizieren werden. Es kommen tolle neue Produkte, und ich bin mir sicher, dass 2019 ein gutes und partnerschaftliches Jahr wird. Es gibt aktuell weder Stress im System noch graue Wolken.
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