Ford startet Ecoboost-Baureihe

Autor / Redakteur: Jan Rosenow / Dipl.-Ing. (FH) Jan Rosenow

Kleine Turbomotoren werden immer populärer. Ford hat die Entwicklung aufgegriffen und bringt die ersten Ecoboost-Motoren mit Ladern von Borg Warner Anfang 2010 auf den Markt.

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Ford bereitet den Marktstart seiner Ecoboost-Baureihe in Deutschland vor, zu der zwei aufgeladene 1,6-Liter- und ein Zweiliter-Vierzylinder gehören. Die Turbotechnik kommt vom amerikanischen Zulieferkonzern Borg Warner bzw. dessen deutsche Tochter Borg Warner Turbo, die aus dem Unternehmen KKK hervorging.

Das komplett neue 1,6-Liter-Aggregat verfügt über einen KP39-Turbolader, der Abgastemperaturen von 1.050 Grad Celsius standhält und das beispielsweise auch im Renault-Downsizingtriebwerk 1,4 TCE zum Einsatz kommt. Die Brennräume des Zweiliter-Triebwerks beatmet ein K03-Turbolader mit Integralkrümmer.

Das weltweite Entwicklungsprogramm ist unter Beteiligung der Ingenieure von Ford und Borg Warner in den USA sowie Europa entstanden. Ford plant den Einsatz der sparsamen Triebwerke in europäischen und amerikanischen Modellen für Anfang 2010. Damit folgt der Hersteller dem Trend im Automobilbau: Nachdem sich der Lader bei Dieselmotoren flächendeckend durchgesetzt hat, folgt nun der Boom kleiner, aufgeladener Ottomotoren.

Amerika setzt auf Turbo

Der OEM erwartet, dass 2013 bis zu 90 Prozent seiner Neuvorstellungen auf dem amerikanischen Markt mit aufgeladenen, direkteinspritzenden Motoren erhältlich sein werden, die im Vergleich zu den Vorgängermodellen bis zu 20 Prozent weniger Kraftstoff verbrauchen.

Die Kombination aus Direkteinspritzung und Turboaufladung bietet erhebliche Vorteile für Leistung und Verbrauch. Wesentliche Vorteile der Direkteinspritzung beim Ottomotor sind die geringere Klopfneigung und die Möglichkeit, durch gezielte Eingriffe in die Ventilsteuerung das verspätete Ansprechen des Turboladers zu vermeiden.

Verstellbare Turbinen noch zu teuer

Bei aufgeladenen Ottomotoren steigt allerdings die Abgastemperatur auf bis zu 1.050 Grad Celsius und stellt damit neue Herausforderungen an den Turbolader. Vor allem das Turbinengehäuse und Turbinenrad erfordern einen Werkstoff, der diesen hohen Temperaturen während der gesamten Lebensdauer des Fahrzeugs standhält.

Deshalb gibt es auch noch keine breite Serienanwendung von Turboladern mit verstellbarer Turbinengeometrie (VTG), obwohl Ottomotoren wegen ihres geringen Abgas-Volumenstroms bei geringen Drehzahlen besonders von dieser Technik profitieren würden.

Damit die empfindlichen Stellorgane der VTG diese Temperaturen aushalten, müssen sie aus speziellen und sehr teuren Werkstoffen bestehen. Bislang verwendet nur Porsche einen VTG-Lader bei einem Ottomotor. Laut Borg Warner sollen frühestens 2011 weitere Modelle mit dieser Technik auf den Markt kommen.

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