Französisch für Fortgeschrittene

Redakteur: Steffen Dominsky

Es gibt Autohäuser, die beeindrucken durch ihre Größe. Oft steht dabei Quantität vor Qualität. Nicht so in Kehl: Das Autohaus S & G gehört in die Kategorie „klein aber fein“ und triumphiert nicht durch Fläche, sondern durch Höhe!

Fast jeder hat sie schon einmal gesehen: Die bekannten Smart-Türme. Mit den bunten, kleinen Autos in ihrem Inneren ziehen sie die Blicke potenzieller Käufer auf sich. Dabei ist ein solcher Turm nichts wirklich Neues möchte man meinen. Stimmt. Aber eine Mercedes-XXL-Version dieser Türme mit ausgewachsenen M- oder S-Klassen darin, das ist schon etwas ganz Besonderes. In bis zu 20,5 Meter Höhe die Produkte der schwäbischen Nobelmarke präsentieren zu können, diese Möglichkeit hat mit Sicherheit kein anderer Mercedes-Betrieb weltweit.

Doch auch das restliche Betriebsgelände des Badenser Autohauses weiß zu punkten. Eine große Anzahl Parkplätze, gleich im Einfahrtsbereich des Geländes, stehen Kunden und Besuchern zur Verfügung. Gebrauchtwagen werden übersichtlich und mit gebührendem Abstand zueinander offeriert. In einer Händlerecke gibt es spezielle Firmenangebote – darunter auch den einen oder anderen Youngtimer. Alles nach dem Motto „Klasse statt Masse“.

Mannschaftserfolg

Wer nun der Meinung ist, auffällige Bauten wären alles, was das Mercedes-Haus nahe der französischen Grenze zu bieten hat, der irrt. Denn der Betrieb mit Kundendienstleiter Ehret an der Spitze kommt dem, was man als Musterbetrieb bezeichnen würde, bereits sehr nahe.

Das Erfolgsrezept von Heiko Ehret stammt aus dem Sport, genauer gesagt aus dem Mannschaftssport. Denn ein Autohaus erfolgreich zu führen ist Teamsport, so das Credo des 33-Jährigen. Nur wenn alle Teammitglieder gemeinsam an dem berühmten „einen Strang“ ziehen, stellt sich der gewünschte Erfolg ein. Und das tut er: Mit 931 Punkten (Juni 2007) in der Kundenzufriedenheitsstatistik CSI belegt der Betrieb Platz zwölf aller Mercedes-Benz-Betriebe in Deutschland.

Ein weiteres Geheimnis seines Erfolgs sieht Kundendienstleiter Ehret in seinem Gleichheitsprinzip, das er sowohl bei seinen Mitarbeitern wie auch Kunden anwendet. „Bei uns fühlt sich jeder gut aufgehoben, das ist keine hohle Phrase, sondern eine Tatsache“, sagt der Mannschaftsführer. Dass dies die S & G-Kunden auch so empfinden, beweist die „homogene Struktur“ der Kundendatei – alle Fahrzeugmodelle und Baujahre sind darin vertreten. Das heißt, nicht nur Kunden von vergleichsweise neuen und teuren Fahrzeugen kommen zu S & G.

Eine Familie

Ob A-Klasse-Kunde oder SL-Fahrer, ob Jahreswagen oder „alter Gebrauchter“, ob Neu- oder Gebrauchtwagenkäufer : Alle werden von dem S & G-Team mit der gleichen Höflichkeit und Sorgfalt behandelt. Die sehr gute Servicequalität des Betriebes belegen seit einiger Zeit auch etliche Oldtimer, die von ihren Besitzern zur Wartung und Instandsetzung gebracht werden. Und die sind – wie jeder weiß – was ihre Blechlieblinge angeht besonders anspruchsvoll.

Für seine Mitarbeiter steht Heiko Ehrets Bürotür jederzeit offen. Auch die Lehrlinge aus der Werkstatt finden bei ihrem Chef stets ein offenes Ohr, denn der Nachwuchs hat bei S & G einen hohen Stellenwert. Hier wird nicht einfach auf Bewerbungen gewartet, sondern man kümmert sich aktiv um das Personal von morgen. So wirbt man im Rahmen von Informationsveranstaltungen für den eigenen Betrieb und pflegt einen lebhaften Kontakt mit den örtlichen Schulen und anderen Einrichtungen.

„Fluktuation kenne ich nur vom Hörensagen“, sagt Ehret. Seine Mannschaft fühlt sich wohl – und das spüren die Kunden. Allen voran die Französischen.

Zum Greifen nahe

Denn gerade einmal 1,4 Kilometer hinter S & G beginnt das Land des Rotweins und Baguettes. Trotz der Nähe zu Strasbourg – das ebenso über einen großen Mercedes-Benz-Partner verfügt – kommen viele Kunden mit dem „F“ im Kennzeichen nach Kehl. Rund 60 Prozent macht ihr Anteil bei den Serviceaufträgen mittlerweile aus. Die Franzosen schätzen die Werkstattqualität und den freundlichen Service der S & G-Mannschaft. Um den Service noch zu verbessern schickte Heiko Ehret seine Mitarbeiter noch mal auf die Schulbank. Auf Firmenkosten erweiterten sie nach Feierabend ihre Französischkenntnisse unter fachkundiger Anleitung einer Volkshochschullehrerin. Das kommt bei den Kunden sehr gut an und ist auch für die Teilnehmer eine willkommene Zusatzqualifikation.

Frische Ideen hat der Kundendienstleiter auch in Sachen Marketing. So haben französische Kunden, die sich einen neuen Mercedes zulegen wollen, demnächst die Möglichkeit mit der Bahn anzureisen und im S & G-eigenen Hotelzimmer zu übernachten. Auf diese Weise können die potenziellen Käufer in Frage kommende Fahrzeuge bequem vor Ort Probe fahren und bei Gefallen einfach mitnehmen.

Der „Erfolgsfaktor Mitarbeiter“, beschreibt Heiko Ehret sein Konzept, sei eine der wichtigsten Säulen, auf denen der Erfolg eines Unternehmens ruht – und das spürt man bei S & G. Steffen Dominsky

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