Frauen erobern Kfz-Gewerbe

Redakteur: Johannes Büttner

Die Zahl der Lehrlinge im Kfz-Gewerbe ist im vergangenen Jahr weiter gestiegen. Mit der Teilnahme am Girls' Day will der Verband qualifizierte weibliche Bewerber ansprechen.

Über 30.000 neue Lehrlinge hat das Kraftfahrzeuggewerbe zu Beginn des Ausbildungsjahres 2007/08 eingestellt. Mit insgesamt 94.500 Azubis und einer Ausbildungsquote von rund 20 Prozent bleibt es eine der größten Ausbildungsbranchen Deutschlands. Diese Zahlen gab Robert Rademacher, Präsident des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes (ZDK), am Freitag auf einer Pressekonferenz in Köln bekannt.

Rademacher freute sich, dass die Zahl der Ausbildungsverträge gegenüber dem Vorjahr um 1.000 Lehrverhältnisse gestiegen sei. Ein Wermutstropfen trübe jedoch die positive Bilanz: Es bilden weniger Betriebe aus, die Quote der Ausbildungsbetriebe sank um einen Prozentpunkt auf 36 Prozent.

Erfreulich sei dagegen die steigende Einstiegsqualifikation der Berufsbewerber. Inzwischen kann jeder zweite Lehrling als Schulabschluss mindestens die Mittlere Reife vorweisen. An diesem Ergebnis lasse sich ablesen, dass sich die Arbeit der Nachwuchsförderungskampagne sowie die Neugestaltung des Berufsbilds "Kfz-Mechatroniker" auszahlen.

Girls ans Auto

Die Frauenquote in der Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker steigt den ZDK-Zahlen zufolge, wenn auch noch auf niedrigem Niveau. Derzeit erlernen rund 1.300 junge Frauen den Beruf einer Kfz-Mechatronikerin, der Anteil weiblicher Lehrlinge in diesem Beruf liegt damit bei 2 Prozent. Diese Quote will der Verband mittelfristig auf vier Prozent verdoppeln und hat dazu die Kampagne "Girls ans Auto" gestartet.

Ein wichtiger Bestandteil dieser Aktion sei der bundesweite Girls’ Day am 24. April, an dem bis zu 10.000 Kfz-Betriebe ihre Werkstatttore für Schülerinnen öffnen, berichtete ZDK-Geschäftsführer Ingo Meyer. Das Deutsche Kraftfahrzeuggewerbe beteilige sich zum zweiten Mal am "Mädchen-Zukunftsstag", bei der Premiere 2007 sei die Resonanz von Schülerinnen und Betrieben sehr positiv gewesen.

Werkstattarbeit erleben

Im Mittelpunkt des Girls’ Day steht das praktische Erleben: Mädchen können Einblicke in die verschiedenen Ausbildungsberufe gewinnen und Kontakte für den späteren beruflichen Werdegang knüpfen, denn "Praxis und Praktikum überzeugen stärker als die Theorie", wie es Präsident Rademacher formulierte. Als Botschafterinnen des Kfz-Gewerbes werben die beiden 20-jährigen Kfz-Mechatronikerinnen Christiane Gowik und Nora Bost für den Girls’ Day. Gowik belegte beim "Girls Casting 2007" des ZDK den zweiten Platz, Bost nahm als einzige Mechatronikerin unter 15 Männern am Bundesleistungswettbewerb 2007 teil.

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