Freier Importeur für chinesische SUV
Trotz des Streites mit BMW um das Design des CEO startet China Automobile Deutschland in Frankfurt durch. Das Unternehmen will verschiedene chinesische SUV auf den deutschen Markt bringen.
Karl Schlössl hat es geschafft. Nach mehrjähriger Vorbereitungszeit hat sich die China Automobile Deutschland GmbH (CAD) zur IAA der Öffentlichkeit vorgestellt. Und Karl Schlössl hat erreicht, den CEO dauerhaft in Frankfurt zu zeigen. Das war bis zuletzt unsicher, denn dem Messeauftritt war ein Schlagabtausch zwischen dem freien Importeur und den Herstellern BMW und Daimler vorausgegangen. Sie hatten die CAD bezichtigt, die Modelle CEO und Nobel – der nicht auf der IAA zu sehen war – seien Plagiate des X5 bzw. des Smart. Der bayerische Hersteller hatte schließlich Klage eingereicht, der Ausgang ist derzeit noch offen.
Wofür aber steht die CAD, die Schlössl als offiziellen Importeur für fünf chinesische Hersteller bezeichnet Das Unternehmen arbeitet mit der italienischen Firma Martin Motors am Ziel, „chinesische Fahrzeuge in europäischer Qualität“ auf den Markt zu bringen. Darunter versteht Schlössl „eine den hiesigen Gewohnheiten angepasste Anmutung und Optik“. Die Motoren müssen die Euro-4-Norm erfüllen und europäischen Sicherheitsstandards entsprechen.
Vertriebspartner für ein Segment
Als Geschäftsmodell hat sich der Importeur zuletzt für eine „Spezialisierung auf SUV“ entschieden. Der zunächst angekündigte Kleinwagen Nobel rechne sich wirtschaftlich nicht. Stattdessen kündigte Schlössl auf der IAA drei weitere Geländewagen „unter 20 000 Euro“ ab März 2008 an. Mit den Modellen CEO von Shuanghuan und UFO von Jonway – der auf der IAA gezeigte Jetstar von Gonow soll folgen, sobald die Homologation abgeschlossen ist – will der Importeur nun den Aufbau des Vertriebsnetzes vorantreiben.
Rund 30 Händler hat die CAD bisher, weitere 280 Bewerbungen warten auf Bearbeitung. Schlössl sucht „größere Mehrmarkenhändler, die langfristig denken“. Welchen Markenmix der Handel vertritt, ist für ihn zweitrangig, denn „der Kunde entscheidet und wir wollen ihn mit einem attraktiven Produkt überzeugen“. Bis Ende 2008 soll das Händlernetz auf 100 Partner anwachsen, das Endziel sind 180 Standorte.
Überschaubare Investitionskosten
Dem Handel bietet Schlössl „überdurchschnittliche, eindeutige Margen ohne Bonussysteme“. Der Händler müsse von Anfang an klar kalkulieren können, was ihm nach einem Verkauf übrig bleibt. Dazu fordert die CAD von ihren Händlern keine hohen Investitionen: Zwischen 3 000 und 5 000 Euro seien für die Signalisation und Einrichtung aufzubringen.
Unproblematisch sieht er den Herstellermix, den die CAD vertritt. Die Herstellernamen sollen im Marketing gar nicht erscheinen. Der Handel solle vielmehr die Marke „China Automobile Deutschland“ mit ihren Modellen CEO, UFO und Co. vertreten.
In der Werkstatt entfallen teure Anschaffungen, da die Fahrzeuge auf Mitsubishi-Technik aufbauen. Sie sei mit der durchschnittlich vorhandenen Werkstattausrüstung zu warten. Die Ersatzteilversorgung organisiert der Importeur gemeinsam mit Martin Motors über ein Zentralersatzteillager, das derzeit in Mailand entsteht. Die maximale Lieferzeit soll 24 Stunden betragen.
Dieselmotoren für schwere SUV
Dass die CAD mit der Konzentration auf SUV an der Marktentwicklung vorbeiplant, glaubt Schlössl nicht. Jedes Fahrzeug könne auf Autogas umgerüstet werden. Ab Februar will er zudem für die lieferbaren Modelle auch Dieselmotoren anbieten.
„Wir stehen in direktem Kontakt mit den chinesischen Herstellern, um ihnen darzulegen, welche Produkte in Europa gefragt sind“, ergänzt der CAD-Geschäftsführer. Auf diesem Weg seien Crashtests in Italien, Japan und China veranlasst und neue Kats und Steuergeräte entwickelt worden, um die europäischen Bestimmungen einzuhalten.
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