Abgasuntersuchung Landauf, landab fehlen zugelassene Messgeräte

Von Nick Luhmann 2 min Lesedauer

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Der Frust und Ärger ist in den Kfz-Betrieben in Schleswig-Holstein groß. Immer noch würden die Unternehmer auf die Lieferung der PN-Messgeräte warten, die sie für die gesetzlich vorgeschriebene Partikelmessung für Euro-6-Fahrzeuge brauchen, kritisiert der Landesverband.

Um die seit 1. Juli 2023 gesetzlich verpflichtende PN-Messung bei der Abgasuntersuchung an Euro-6-Fahrzeugen durchführen zu können, brauchen die Kfz-Betriebe die erforderlichen Messgeräte. Die sind jedoch am Markt nicht ausreichend verfügbar.(Bild:  Promotor)
Um die seit 1. Juli 2023 gesetzlich verpflichtende PN-Messung bei der Abgasuntersuchung an Euro-6-Fahrzeugen durchführen zu können, brauchen die Kfz-Betriebe die erforderlichen Messgeräte. Die sind jedoch am Markt nicht ausreichend verfügbar.
(Bild: Promotor)

Drei Wochen nach Inkrafttreten der verpflichtenden Partikelmessung für Euro-6-Fahrzeuge warten in Schleswig-Holstein noch sehr viele Kfz-Betriebe, die Abgasuntersuchungen durchführen, auf ihre PN-Messgeräte. In Schleswig-Holstein sei erst gut ein Drittel der für eine AU anerkannten Werkstätten mit einem Gerät für die Partikelmessung ausgestattet, moniert der Landesverband des Kfz-Gewerbes Schleswig-Holstein.

Exakt sind im nördlichsten Bundesland nur 324 von 938 Betrieben voll arbeitsfähig. Für Gesamt-Deutschland sehen die Zahlen kaum anders aus, wie eine Auswertung der zentralen Datenbank des Kraftfahrzeughandwerks durch den Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) zeigt.

Danach wartet noch über die Hälfte der AU-Betriebe, die künftig die Partikelmessung an Euro-6-Fahrzeugen (PN-Messung) durchführen wollen, auf ihr Messgerät. In den Betrieben sind erst rund 8.000 kalibrierte PN-Messgeräte im Einsatz.

Wie berichtet, haben nach ZDK-Schätzungen 60 bis 70 Prozent aller AU-Betriebe, das sind 19.000 Werkstätten, ein PN-Messgerät bestellt, verfügen bereits über ein Gerät oder planen den Einsatz. Nach Mitteilung des ASA-Verbandes sind bis Ende Juni dieses Jahres 25.098 PN-Messgeräte produziert, nach ISO 17025 kalibriert und im Bundesgebiet vertrieben worden. Damit entfällt erst knapp ein Drittel aller Geräte auf die Betriebe des Kraftfahrzeuggewerbes, obwohl das Gewerbe für über die Hälfte der Abgasuntersuchungen (AU) in Deutschland steht.

Wettbewerbsverzerrung bei AU-Messungen

Jan-Nikolas Sontag, Geschäftsführer des Landesverbandes des Kfz-Gewerbes, kritisiert: „Für viele Innungen und Betriebe stellt dies eine Wettbewerbsverzerrung bei den Abgasuntersuchungen dar. Die Werkstätten werden in ihrer Geschäftstätigkeit eingeschränkt und erleiden Nachteile bei der Erbringung einer äußerst wichtigen Serviceleistung für ihre Kunden.“ Dabei sei zu bedenken, dass die bestellten, aber noch nicht ausgelieferten Geräte teilweise seit über einem Jahr geordert, vielfach sogar schon angezahlt seien. Daher sei sehr nachvollziehbar, dass sich die Beschwerden von Betrieben häufen, die trotz aller Bemühungen keine Berechtigung haben, PN-Messungen und damit eine AU für Euro-6-Fahrzeuge durchzuführen.

Derzeit besitzen nur 10 von 17 dem ZDK bekannten Herstellern eine Bauartzulassung ihrer Partikelzählgeräte durch die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB). Nur diese 10 Hersteller dürfen ein bauartzugelassenes und kalibriertes PN-Messgerät mit der Software-Version 6 für die AU-Durchführung am Markt ausliefern.

Besonders ärgerlich: Der ZDK hatte im Vorfeld wiederholt beim Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) und auch beim Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK), das die Fachaufsicht über die mit der Bauartprüfung der PN-Messgeräte betrauten PTB hat, auf eine mögliche Unterversorgung der Betriebe und auf mögliche Wettbewerbsverzerrungen beim Start der PN-Messung hingewiesen.

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