Cyberkriminalität Plötzlich geht nichts mehr

Von Julia Mauritz 5 min Lesedauer

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Autohäuser jeder Größenordnung sind immer öfter Zufallsopfer von Cyberattacken: Diese Erfahrung musste auch das Autohaus Bellendorf machen, der Betrieb wurde mehrere Tage lahmgelegt. Die gute Nachricht ist: Es gibt effiziente Schutzmaßnahmen.

Tobias und Katharina Bellendorf können wieder lachen: Durch eine Cyberattacke wurde das Bottroper Seat- und Cupra-Autohaus kräftig durchgeschüttelt, doch ein Großteil der Daten konnte wiederhergestellt werden.(Bild:  Autohaus Bellendorf)
Tobias und Katharina Bellendorf können wieder lachen: Durch eine Cyberattacke wurde das Bottroper Seat- und Cupra-Autohaus kräftig durchgeschüttelt, doch ein Großteil der Daten konnte wiederhergestellt werden.
(Bild: Autohaus Bellendorf)

Wie fühlt es sich an, wenn in einem Autohaus von jetzt auf gleich alle Bildschirme schwarz sind, die Telefonanlage nicht geht und alle Daten weg sind? Tobias Bellendorf, Geschäftsführer des Bottroper Seat- und Cupra-Autohauses Bellendorf, hatte an einem scheinbar ganz normalen Donnerstagmorgen im März 2025 genau diese Erfahrung gemacht: „Der Server war komplett leer, bis auf eine Nachricht: Ihr wurdet gehackt. Klicken Sie hier, dann verhandeln wir über das Lösegeld.“ Der Angriff traf das Autohaus ohne Vorwarnung – und dennoch nicht aus heiterem Himmel. „Sechs Wochen vorher saß ich noch mit unserem IT-Dienstleister zusammen. Er sagte, dass es keine Frage sei, ob es passiert, sondern vielmehr, wann es passiert.“

Das Einfallstor war im Autohaus Bellendorf nicht etwa eine E-Mail in einem Mitarbeiterpostfach, die unbedacht geöffnet worden war, sondern eine Sicherheitslücke in der VPN-Verbindung. Rückblickend waren die Kriminellen bereits mehrere Tage im IT-System unterwegs, ehe sie es lahmlegten. Der Einstieg gelang ihnen über ein Dauerfeuer an Passwortvorschlägen samt einem ständigen Wechsel der IP-Adresse. „Sie haben sich die PCs mit der geringsten Absicherung herausgesucht, sich dort mit unauffälligen Accounts hochadministriert und letztlich alle Daten verschlüsselt“, schildert Tobias Bellendorf.