Händlernetz Kia baut noch am Erfolg

Von Andreas Wehner 8 min Lesedauer

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Das koreanische Fabrikat hatte mal 100.000 Neuzulassungen in Deutschland im Sinn. Dazu fehlt aktuell noch ein Stück, der Absatz ging zuletzt sogar zurück. Um den Trend wieder umzukehren, geht Kia ein paar Baustellen an. Eine davon ist das für die Marke komplett neue Nutzfahrzeuggeschäft.

Die Koreaner arbeiten an verschiedenen Baustellen und haben 100.000 Neuzulassungen in Deutschland im Blick.(Bild:  Kia)
Die Koreaner arbeiten an verschiedenen Baustellen und haben 100.000 Neuzulassungen in Deutschland im Blick.
(Bild: Kia)

Kia hatte schon größere Ziele. 100.000 Neuzulassungen in Deutschland standen mal auf dem mittelfristigen Plan. 2026 oder 2027 wollte man diese Zahl erreichen, hieß es noch vor zwei Jahren. Zuletzt waren Neuzulassungen und Marktanteil jedoch mehrere Jahre in Folge rückläufig. 2022 verzeichnete Kia noch ein Rekordjahr mit 76.000 Einheiten und einem Marktanteil von 2,9 Prozent. Im vergangenen Jahr waren es noch 60.000 Einheiten und ein Marktanteil von 2,1 Prozent. Das entspricht einem Neuzulassungsrückgang von mehr als 20 Prozent innerhalb von drei Jahren. Der deutsche Pkw-Gesamtmarkt lag übrigens 2025 leicht über dem Niveau von 2022.

Für den Rückgang bei Kia kann man mehrere unterschiedliche Gründe finden. Dazu gehörten sicherlich die recht großen Veränderungen im Händlernetz. Kia hatte 2022 die Händlerverträge zum 1. Mai 2024 gekündigt. Ein Großteil der Händler – aber eben nicht alle – sollten neue Verträge bekommen. Etwa zehn Prozent der damaligen Kia-Partner würden herausfallen, rechnete der Importeur vor. Doch offenbar war der neue Händlervertrag für deutlich mehr Partner ein Grund, auszusteigen. Bestand das Netz zum Zeitpunkt der Vertragskündigung noch aus über 400 Vertriebsstandorten, waren es Ende 2024 nur knapp 300, also ein Viertel weniger. Und die konnten die wegfallende Vertriebskraft bislang nicht kompensieren. Noch stärker dünnte Kia das Werkstattnetz aus. Von den einst 140 reinen Servicestandorten blieben 2024 noch etwas mehr als 90. Die Folge: Plötzlich standen viele Kunden ohne eine Kia-Werkstatt in der Nähe da. Auffangen mussten das die restlichen Betriebe. Das sorgte zwar für ausgelastete Werkstätten. An vielen Stellen reichten jedoch die Kapazitäten nicht aus, sodass Kunden lange auf Servicetermine warten mussten – und je nach Region noch immer müssen.