FTronik baut Fahrsimulator

Autor / Redakteur: Stephan Richter /

Ein Fahrsimulator der FTronik GmbH soll den Kunden besser auf die Probefahrt vorbereiten. »kfz-betrieb« im Gespräch mit Geschäftsführer Dr. Karl de Molina.

Redaktion: Was war Ihre Motivation, einen Fahrsimulator für Autohändler zu entwickeln?

Dr. Karl de Molina: Wir möchten den Handel dabei unterstützen, Fahrassistenzsysteme kundengerecht zu präsentieren. Die virtuelle Simulation soll dabei helfen, die technischen Innovationen dem Kunden näherzubringen. Während einer Vorführung in einem Autohaus haben wir festgestellt, dass 80 Prozent der Kunden nach der Fahrt im Simulator eingesehen haben, wie sinnvoll diese Zusatzsysteme sind. Denn wir können damit folgende Fragen beantworten: Wie reagiert zum Beispiel Kurvenlicht? Was bedeuten die Systeme konkret für die eigene Fahrweise? Wäre es ohne technische Mittel zu einem Unfall gekommen? Ist diese Technik notwendig oder kostet sie nur Geld? Dabei war es uns wichtig, kein Spielzeug zu entwickeln, sondern vielmehr einen virtuellen Vorführwagen, der zwar auch den Spaßfaktor im Showroom erhöht, der vor allem aber Umsatz generiert.

Wie schätzen Sie die Fähigkeiten der Autoverkäufer ein, komplizierte und erklärungsintensive Fahrerassistenzsysteme zu verkaufen?

Ergebnisse unserer Umfragen und Testkäufe belegen, dass die Autoverkäufer hier Nachholbedarf haben. Mit dem Simulator möchten wir daher die Verkäufer entlasten und sie bei ihren Erklärungen unterstützen. Nach der Beratung folgt dann nämlich der Weg zum Simulator und der Kunde kann die Systeme selbst kennenlernen.

Auf welche Resonanz sind Sie bislang im Autohandel gestoßen?

Der Handel ist hierbei differenziert zu betrachten. Die Verkäufer sind begeistert und die Vertriebsleiter positiv gestimmt. Die Geschäftsführer sind aber noch zurückhaltend, da ihnen weitere Kosten entstehen. Bisher haben wir den Simulator nur in einem Autohaus getestet, konnten aber in dieser kurzen Zeit 700 Probefahrten durchführen.

Wir sind nach diesem Test der Meinung, dass sich unser Produkt rentiert. Jedoch können wir seine Nützlichkeit noch nicht durch Langzeitstudien beweisen, dafür war die Zeit zu kurz. Die nächsten Pilotphasen starten im März 2009. Wir führen zurzeit sehr konkrete Gespräche mit einem Pkw-Hersteller, der mehrere Fahrsimulatoren im Auslieferungszentrum beziehungsweise auf Messen aufstellen will. Weitere Kunden signalisieren ebenfalls Interesse.

12046410

Was kostet das Gerät?

Wir bieten den Fahrsimulator in unterschiedlichen Stufen an. Das Einstiegsmodell kostet 5.000 bis 8.000 Euro, was einer Leasingrate von 200 Euro im Monat entspricht. Für die M-Reihe planen wir mit monatlich 2.000 Euro. Diese Variante ist daher nur für große Händler gedacht. Für kleine Autohäuser reicht zunächst auch das PC-Programm.

Wie schnell amortisiert sich das Gerät für die Autohändler, zum Beispiel durch eingesparte Probefahrten und mehr verkaufte Sonderausstattungen?

Innerhalb von zwei Jahren. Die Probefahrten sind durch die vorherige Simulation erfolgreicher. Es gibt nichts Schlimmeres, als wenn eine Probefahrt nicht den gewünschten Effekt erzielt. Ein Kunde wird kaum sagen, er habe das System nicht richtig bedient, sondern wird vielmehr behaupten, dass das Produkt nichts taugt. Zudem sprechen wir mit dem Fahrsimulator ein jüngeres Publikum an, das mit Spielekonsolen, Computern und weiterer Technik aufgewachsen ist. Damit erreichen wir wichtige Entscheidungsträger innerhalb der Familie, wenn es um den Kauf eines neuen Fahrzeugs geht.

12046390

Artikelfiles und Artikellinks

(ID:281457)