Audi Tradition „Ganz große Oper“ – 125 Jahre Horch

Von Steffen Dominsky 4 min Lesedauer

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Vor 125 Jahre gründete eine gewisser August Horch in Köln die „A. Horch & Cie.“, sein erstes Unternehmen. Grund genug für Audi Tradition, dieses Jubiläum mit einer neuen Sonderausstellung zu feiern. Diese ist vom 10. Juni bis zum 31. Dezember im Audi Forum Neckarsulm zu sehen und zeigt die edlen Exponate, umrahmt von berühmten Opernhäusern – deshalb auch der Titel.

Die Horch-Ausstellung ist zu sehen im Audi Forum Neckarsulm. Dieses hat montags bis freitags von 8 bis 16 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei. Führungen durch die Ausstellung werden angeboten.(Bild:  Audi AG)
Die Horch-Ausstellung ist zu sehen im Audi Forum Neckarsulm. Dieses hat montags bis freitags von 8 bis 16 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei. Führungen durch die Ausstellung werden angeboten.
(Bild: Audi AG)

Sie gehört zu den glanzvollsten Marken der deutschen Automobilgeschichte und ist während der Dreißigerjahre Marktführer in der Luxusklasse: Horch. Dass ihr Gründer August Horch einmal einer der Pioniere des Automobilbaus wird, ist dem gelernten Schmied aus Winningen an der Mosel nicht in die Wiege gelegt. Und doch entwickelt der ebenso lernbegierige wie technikbegeisterte Horch, der 1890 ein Ingenieursstudium am Technikum im sächsischen Mittweida abschließt, schnell seine Vision eines perfekten Autos. In seiner Autobiografie „Ich baute Autos“ sagt Horch im Rückblick: „Ich war unter allen Umständen bestrebt, nur große und gute Wagen aus erstklassigem Material zu bauen.“ Seine Karriere beginnt August Horch bei Carl Benz in Mannheim, wo er drei Jahre bleibt und zum Betriebsleiter für Motorwagenbau aufsteigt. Allerdings fehlt ihm dort der nötige Freiraum für seine Ideen und so macht sich Horch vor 125 Jahren selbstständig: Gemeinsam mit dem Tuchhändler Salli Herz gründet er am 14. November 1899 in Köln-Ehrenfeld die „A. Horch & Cie.“, seine erste Firma.

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In der Werkstatt – einem ehemaligen Pferdestall – reparieren die jungen Unternehmer zunächst Motoren. Schon ein gutes Jahr nach der Gründung präsentiert August Horch im Dezember 1900 sein erstes Automobil: den Horch Nr. 1 mit zwei Zylindern und 4 bis 5 PS. Als der wirtschaftliche Erfolg ausbleibt, verlegt Horch auf der Suche nach Geldgebern seinen Firmensitz zunächst nach Reichenbach im Vogtland, 1904 dann nach Zwickau. Dort angekommen, wandelt er sein Unternehmen in eine Aktiengesellschaft um. Bald stellen sich erste Erfolge ein: Seine Fahrzeuge verkaufen sich in ausreichenden Stückzahlen und Horch nimmt erfolgreich an Rennen teil, wodurch die Marke Horch schnell bekannt wird. Jedoch kommt es 1909 im Hinblick auf die strategische Ausrichtung des Unternehmens zum Streit mit dem Aufsichtsrat und August Horch verlässt seine Firma. Noch im gleichen Jahr gründet er in der Nähe des alten Firmensitzes ein neues Unternehmen.

Pionier Horch: Viele Impulse für technische Innovationen

Seinen Familiennamen darf er nicht mehr verwenden – und so entsteht „Audi“, der neue Firmenname ist die lateinische Übersetzung von Horch. Zeitlebens ist August Horch ein hervorragender Ingenieur, der mit seinem Pioniergeist immer wieder Innovationen auf den Weg bringt. Zu seinen ersten Patentanmeldungen gehört Anfang des 20. Jahrhunderts ein Abreißgestänge für die Magnetzündung, welches das Anspringen des Motors beschleunigt. Horch führt den Kardanantrieb ein, verwendet Leichtmetall für den Guss von Kurbelgehäusen sowie für die Gehäuse von Getriebe und Differenzial, nutzt Chromnickelstahl für hochbelastete Zahnräder und ist schließlich der Erste, der den Einlass des Kraftstoffs im Motor durch hängende Ventile steuert.

Anfang der Dreißigerjahre führen die schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen dazu, dass die Firmen Audi und Horch wieder zusammenkommen: Auf Betreiben der Sächsischen Staatsbank fusionieren die vier Automobil- und Motorradmarken Audi, DKW, Horch und Wanderer 1932 zur Auto Union AG, dem damals zweitgrößten Kraftfahrzeugkonzern in Deutschland. Das Firmensignet des neuen Konzerns zeigt vier ineinander verschlungene Ringe, die für die unauflösbare Einheit der vier Gründerfirmen stehen. Die Markennamen Audi, DKW, Horch und Wanderer behält das neue Unternehmen bei. Jede der vier Marken verantwortet innerhalb des Konzerns ein bestimmtes Marktsegment: DKW ist im Bereich Motorräder und Kleinwagen aktiv, Wanderer baut und vertreibt Automobile der Mittelklasse, Audi bringt Automobile im gehobenen Mittelklassesegment auf den Markt und Horch steht für die automobile Luxus- und Oberklasse.

In den Dreißigerjahren behauptet die Marke Horch ihre Spitzenposition im Luxussegment. Wer damals etwas auf sich hält, fährt Horch: der Schriftsteller Thomas Mann etwa, Boxlegende Max Schmeling oder Schauspieler Harry Piel, um nur einige der prominenten Horch-Fahrer zu nennen. Mit Ausbruch des Zweiten Weltkriegs muss die Firma den Betrieb auf Rüstungsproduktion umstellen, bevor nach dem Krieg die Geschichte der Marke Horch endet. Ganz verschwunden ist der Name Horch jedoch nicht, denn seit 2022 nimmt der Audi A8 L Horch eine Sonderstellung in der Audi-Modellpalette ein. Er wird als Topversion des Oberklassemodells Audi A8 für den chinesischen Markt gebaut – in Neckarsulm. Deshalb feiert Audi Tradition passenderweise dort das 125-jährige Jubiläum der bewegten und einzigartigen Geschichte der Marke Horch.

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Im Audi Forum Neckarsulm ist vom 10. Juni bis 31. Dezember in der Ausstellung „Ganz große Oper – 125 Jahre Horch“ eine einmalige Zusammenstellung von Automobilen zu sehen: Neben dem ersten Horch, einem Nachbau auf Originalfahrgestell, erwartet die Gäste das erste in Deutschland verkaufte Serienautomobil mit Achtzylindermotor, ein Horch 8 Typ 303. Geschichte hat die Marke Horch auch mit dem ersten in Großserie produzierten Zwölfzylinderautomobil Deutschlands geschrieben, dem Horch 670 von 1931. Dieses Auto ist ebenso Teil der Sonderausstellung wie der lange verschollene und schließlich in Texas wiederentdeckte „letzte Horch“: Das Fahrzeug ist in der Nachkriegszeit bei der Auto Union GmbH in Ingolstadt entstanden und über Umwege in die USA gekommen, bis Audi Tradition es 2008 schließlich wiederentdeckt hat.

Das Audi Forum Neckarsulm hat zu folgenden Zeiten geöffnet: montags bis freitags, 8 bis 16 Uhr, Eintritt frei; Führungen durch die Ausstellung werden angeboten. Samstags, sonntags und an Feiertagen ist das Audi Forum Neckarsulm geschlossen.

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