Geänderte HU führt zu höherer Mängelquote

Autor / Redakteur: gr/dpa / Andreas Grimm, Andreas Grimm

Mit der 47. Änderungs-Verordnung hat der Gesetzgeber die Hauptuntersuchung von Pkw neu geregelt. Nun fallen deutlich mehr Autos durch die Untersuchung, zeigt der aktuelle TÜV-Report.

Fahrwerk und Abgasanlage machen den Autofahrern in der Hauptuntersuchung häufig zu schaffen.
Fahrwerk und Abgasanlage machen den Autofahrern in der Hauptuntersuchung häufig zu schaffen.
(Foto: TÜV Süd)

Beleuchtung, Fahrwerk und die Abgasanlage bleiben die Sorgenkinder in der Hauptuntersuchung. Wie aus dem am Donnerstag in Berlin vorgestellten TÜV-Report hervorgeht, führen vielfach verrostete Bremsleitungen, defekte Scheinwerfer, abgefahrene Reifen oder kaputte Schalldämpfer dazu, dass fast jedem vierten Auto in Deutschland die Prüfplakette zunächst verweigert wird. Allerdings spiegelt diese Zahl auch die im Sommer 2012 geänderten Prüfbestimmungen und den angepassten Prüfumfang wider (47. Änderungs-Verordnung).

Insgesamt sei der Zustand der Fahrzeuge aber zufriedenstellend: „Ich glaube, dass wir in Europa eindeutig führend sind“, sagte Klaus Brüggemann, Präsidiumsmitglied beim Verband der Technischen Überwachungsvereine (TÜV). Drei Viertel aller Autos kommen demnach mit keinen oder nur geringen Mängeln zur Hauptuntersuchung und erhalten die Plakette sofort. Bei erheblichen Mängeln muss der Wagen erst in die Werkstatt.

Der Anteil dieser Autos liegt in diesem Jahr mit 24,9 Prozent höher als im vergangenen Jahr, als es noch 20 Prozent waren. Der TÜV-Verband führt das auch auf die geänderten Rahmenbedingungen zurück. So war es früher nur ein leichter Mangel, wenn der Rückfahrscheinwerfer nicht ging. Heute ist das ein erheblicher Mangel.

Aber auch die Quote der Fahrzeuge ohne Mängel ist gestiegen: von 55,1 Prozent auf 60,7 Prozent. Entsprechend rückläufig ist dagegen der Anteil der Fahrzeuge mit geringen Mängeln: sie sank von 24,9 auf 14,3 Prozent. Darin spiegele sich die Absicht wieder, keinen Spielraum für sicherheitsrelevante Mängel zuzulasssen, erläuterte Bernhard Kerscher, Sprecher der Geschäftsführung des TÜV Süd Auto Service.

Ein erhebliches Problem ist in diesem Zusammenhang das Licht, seit Jahren bereits der Mangelgrund Nummer eins. Sieben Prozent der dreijährigen Pkw präsentierten sich in schlechtem Licht, bei den Elfjährigen sind es fast 25 Prozent. Häufig finden die Sachverständigen wesentlich zu tief eingestellte Scheinwerfer, nicht funktionierende Nebelschlussleuchten oder defekte Rückfahrscheinwerfer – und müssen diese Fehler jetzt als erhebliche Mängel einstufen.

Die wachsende Zahl an Autos mit erheblichen Mängeln lässt sich zum Teil auch mit dem steigenden Durchschnittsalter der Autoflotte erklären. In diesem Jahr waren die Autos auf deutschen Straßen im Durchschnitt 8,7 Jahre alt – vor zehn Jahren waren es noch 7,4 Jahre.

Am besten schnitten in der TÜV-Statistik deutsche und japanische Marken ab, Spitzenreiter unter den zwei- bis dreijährigen Autos war der in Spanien gebaute Opel Meriva. Nur etwa jeder 25. der Mini-Vans (4,2 %) musste in diesem Jahr erst eine Werkstattrunde drehen, bevor er die TÜV-Plakette erhielt. Dahinter folgen der Mazda 2 (4,6 %) und der Toyota IQ mit 4,8 Prozent.

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