Gebrauchte Ganzjahresreifen bremsen auf Schnee besser als im Neuzustand

Autor Christoph Seyerlein

Wie verhalten sich Ganzjahresreifen unter Extrembedingungen, nachdem sie in einer Sommersaison 10.000 Kilometer gelaufen sind? GTÜ, ACE und ARBÖ haben zwei Produkte getestet und sind zu teils erstaunlichen Ergebnissen gekommen.

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Die GTÜ und der ACE haben zwei Ganzjahresreifen nach 10.000 Kilometern Laufleistung im Sommer getestet.
Die GTÜ und der ACE haben zwei Ganzjahresreifen nach 10.000 Kilometern Laufleistung im Sommer getestet.
(Bild: GTÜ)

Die GTÜ hat gemeinsam mit dem Auto Club Europa (ACE) und dem Auto-, Motor- und Radfahrerbund Österreichs (ARBÖ) zwei Ganzjahresreifen mehreren Härtetests unterzogen, nachdem sie 10.000 Kilometer unter sommerlichen Bedingungen abgespult hatten. Die Ergebnisse des „Langzeittests“ fielen durchaus überraschend aus. Beispielsweise verzögerten beide Pneus im gebrauchten Zustand auf Schnee besser als im Neuzustand.

Zum Einsatz kamen der Goodyear Vector 4 Seasons und der Michelin Cross Climate, jeweils in der Dimension 205/55 R16, montiert auf zwei identischen Modellen des VW Golf. Als Vergleich zu den Reifen im Neuzustand zogen die Tester einen Check aus dem Herbst 2016 heran.

Wie bereits erwähnt, fiel der Bremsweg beider gebrauchter Reifen auf Schnee und Eis kürzer aus als im unbenutzten Zustand. Ebenfalls zeigten beide Pneus mit 10.000 Kilometern Laufleistung auf demselben Untergrund eine „völlig ausreichende“ Traktion, auch wenn diese nicht mehr ganz so gut ausfiel wie im Neuzustand.

Auf nasser Straße brauchte der gebrauchte Michelin einen deutlich längeren Bremsweg als der neue, der bereits benutzte Goodyear konnte dagegen auch hier den Wert des fabrikneuen Reifens unterbieten. Auch bei Aquaplaning konnten die gebrauchten Pneus überzeugen und leisteten sich keine bedenklichen Ausrutscher.

Beide Reifen hatten laut GTÜ, ACE und ARBÖ nach den 10.000 gefahrenen Kilometern rund 1,6 Millimeter ihrer Profiltiefe eingebüßt. Damit hielt sich der Verschleiß im Rahmen. Der Test zeige, dass der Einsatz von Ganzjahresreifen nicht prinzipiell auf Kosten der Fahrsicherheit gehe – zumindest nicht nach der ersten Sommersaison.

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