Gebrauchte Sportwagen werden immer teurer

Autor / Redakteur: Silvia Lulei / Silvia Lulei

Auf dem Gebrauchtwagenmarkt tauchen immer mehr teure Sportwagen auf; doch die Nachfrage hält sich in Grenzen. Im Gegenzug steigen die Standzeiten deutlich an.

Auf Mobile.de werden immer mehr gebrauchte Sportwagen angeboten. Die Nachfrage ist jedoch verhalten.
Auf Mobile.de werden immer mehr gebrauchte Sportwagen angeboten. Die Nachfrage ist jedoch verhalten.
(Bild: Porsche)

Für einen gebrauchten PS-Boliden haben Käufer im ersten Halbjahr 2017 im Schnitt 65.229 Euro gezahlt. Das sind 16.600 Euro (34 %) mehr als noch vor drei Jahren (1. Hj. 2014). „Besonders im Segment Sportwagen drängen immer stärker motorisierte und entsprechend höherpreisige Fahrzeuge auf den Markt“, sagt Torsten Wesche, Leiter Händlervertrieb bei Mobile.de.

Allein in den letzten zwölf Monaten (seit Juni 2016) sind die Angebotspreise für Sportwagen um 9,8 Prozent gestiegen. Gleichzeitig wurden die Fahrzeuge etwas älter (1,1 Prozent) und hatten nur geringfügig niedrigere Laufleistungen auf dem Tacho (– 2,6 Prozent).

Nachfrage nach teuren Fahrzeugen sinkt

Normalerweise verkaufen sich Sportwagen in der warmen Jahreszeit deutlich schneller als im Winter. Allerdings fällt in diesem Jahr die Nachfrage spürbar verhaltener aus: Sportwagen standen im Juni durchschnittlich 95 Tage beim Händler, bevor sie einen Abnehmer fanden. Zwölf Monate zuvor waren es laut Mobile.de-Daten nur 82 Tage; das entspricht einem Plus von 16,4 Prozent. Ein Standzeit-Plus von 9,4 Prozent gibt es auch für Oberklasse-Fahrzeuge, die sich sowieso eher langsam verkaufen. Das lässt auch Torsten Wesche zu dem Ergebnis kommen, dass es immer „schwieriger wird, Luxusfahrzeuge an den Mann zu bringen“.

Kaufanreize schaffen

Das Preisniveau ist auf dem gesamten Gebrauchtwagenmarkt erneut leicht gestiegen: Der Durchschnittspreis liegt bei 22.033 Euro. Angesichts des hohen Preisniveaus schwappt die negative Entwicklung der Standzeiten bei Sportwagen und Oberklassefahrzeugen auf alle anderen Segmente über: Seit über einem Jahr übersteigt die durchschnittliche Verkaufsdauer Monat für Monat den Referenzwert des Vorjahres – im Juni mit 90 Tagen um 8,7 Prozent. „Ein komplettes Quartal steht ein Gebrauchter momentan im Schnitt beim Händler – vor einem Jahr waren die Autos eine gute Woche schneller verkauft“, analysiert Wesche. Um jetzt Anreize für einen schnelleren Abverkauf zu schaffen, muss es seiner Meinung nach nicht immer ein Preisnachlass sein. Zusätzliche Benefits wie eine kostenlose Mobilitätsgarantie oder der Check des Zweitwagens während des Urlaubs können attraktive Kaufargumente sein.

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