Gebrauchtwagenpreise auf Rekordniveau

Autor Udo Schwickal

Der wachsende Anteil an jungen Gebrauchten sorgt für den höchsten Preisanstieg im Jahresvergleich seit Aufzeichnungsbeginn: plus sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat.

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Die Angebotspreise für Gebrauchtwagen stiegen im Februar bei Mobile.de auf einen neuen Rekord.
Die Angebotspreise für Gebrauchtwagen stiegen im Februar bei Mobile.de auf einen neuen Rekord.
(Foto: Schwickal)

Der Gebrauchtwagenmarkt kennt nur eine Richtung – weiter nach oben. Wie bereits in den Vormonaten wird der aktuelle Anstieg der Angebotspreise vorrangig durch junge Gebrauchte verursacht. So sind rund ein Drittel der angebotenen Fahrzeuge jünger als ein Jahr, ein Drittel sind ein- bis dreijährige Pkw. Obwohl die durchschnittlichen Angebotspreise auf dem Onlinemarktplatz Mobile.de im Februar auf einen neuen Rekordwert von 21.356 Euro kletterten, verkauften sich die Modelle spürbar schneller als im Vorjahresmonat.

So sanken die Standtage um 4,2 Prozent von 92 auf 88 Tage gegenüber dem Vorjahresmonat. Und das, obwohl gleichzeitig 2,9 Prozent mehr Fahrzeuge – das sind 20.745 Pkw – im Februar gehandelt wurden. Aktuell sind auf Mobile.de mit 745.100 Fahrzeugen so viele Gebrauchtwagen inseriert wie seit eineinhalb Jahren nicht mehr. Den größten monatlichen Volumenanstieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum innerhalb der Segmente verzeichneten wenig überraschend die SUVs mit einem Plus von 19,3 Prozent, gefolgt von den Geländewagen (+14,8 %) und der Oberklasse (+10,0 %). Weniger Fahrzeuge als im Vorjahr wurden nur in den Segmenten Sportwagen (–7,5 %) und Vans (–5,5 %) angeboten.

Die Gebrauchtwagenpreise steigen im Februar auf ein neues Rekordniveau von 21.356 Euro. Zum Vergrößern die Grafik bitte anklicken.
Die Gebrauchtwagenpreise steigen im Februar auf ein neues Rekordniveau von 21.356 Euro. Zum Vergrößern die Grafik bitte anklicken.
(Grafik: Mobile.de)

Das veränderte Handelsvolumen wirkte sich allerdings nur teilweise auf die Preise aus. So lagen die Vans mit einem durchschnittlichen Angebotspreis von 18.164 Euro (+6,6 % gegenüber dem Vorjahresmonat) auf einem neuen Preisrekord. Die Sportwagen stiegen sogar um 17,1 Prozent auf durchschnittlich 60.489 Euro. Die Preise für SUVs sanken dagegen durch das große Angebot um 0,6 Prozent auf 22.337 Euro.

Segmentübergreifend verkauften sich Gebrauchtwagen im Februar schneller als im Januar (–2,3 Prozent) – und das trotz des Preisanstiegs gegenüber dem Vormonat. Kleinwagen standen im Schnitt 90 Tage auf den Händlerhöfen (–2,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr). Schneller fanden Modelle der Kompaktklasse mit 88 Standtagen (–4,4 Prozent) und der Mittelklasse mit 84 Standtagen (–6,0 Prozent) ihre neuen Besitzer.

Honda Jazz mit der längsten Standzeit

Die Volumensegmente legten insgesamt das größte Tempo beim Abverkauf vor und waren somit ein wesentlicher Markttreiber. Die Standtage-Sieger in den einzelnen Segmenten waren im Februar mit 69,2 Tagen der Hyundai Atos, der Peugeot 206 (70,6 Tage), der Honda Jazz (79,8 Tage), der BMW 3er (70,8 Tage) und der BMW 5er mit 71,2 Tagen. Deutlich kürzer auf einen Käufer mussten die V-Klasse (51,8 Tage), die GLE-Klasse (52,1 Tage) sowie die GLC-Klasse (48,5 Tage) von Mercedes warten.

„Niedrige Standtage sind ein gutes Indiz für den Zustand des Marktes“, erklärt Torsten Wesche, Leiter Händlervertrieb bei Mobile.de. Der Wert zeige zudem, dass Kunden bereit seien, für entsprechende Leistung tiefer in die Tasche zu greifen. „Hier bietet sich dem Handel die Chance, Margen zu optimieren.“

Der Fahrzeugmarkt Mobile.de analysiert jeden Monat die Inserate der dort angebotenen unfallfreien Fahrzeuge mit einer Laufleistung zwischen 1.000 und 200.000 Kilometern und einem maximalen Alter von zehn Jahren. Die Aufteilung der Segmente folgt der Klassifizierung durch das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA).

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