Ein Citroën-Partner, der im Umland einer ostdeutschen Großstadt aktiv ist, sagte auf Anfrage, er sei neugierig auf das neue Produkt – auch auf dem Land gebe es vereinzelt Bedarf an dieser Mobilitätsform, gerade als Alternative zum Roller bei jungen Leuten. „Den stell ich mir als Ersatzwagen her – mal schauen, wie das ankommt.“ Allerdings hat der Händler auch erst aus der Presse von dem neuen Produkt erfahren. „Wie bei Citroën üblich“ habe man vom Importeur noch keinerlei Informationen zum Ami und seinem Vertriebskonzept erhalten.
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Der kabinenartige, symmetrische Look des Ami zieht sofort die Aufmerksamkeit auf sich – der Mini-Stromer erweist sich auch auf Straße als Passanten-Blickfang. Beim näheren Hinschauen irritiert allein der angedeutete, nach oben versetzte Grill. Er erinnert schmerzhaft an eines der größten Design-Fiaskos der vergangenen 20 Jahre – den Fiat Multipla.
Der Innenraum gehört komplett Fahrer und Beifahrer – direkt hinter den beiden Sitzen kommt die Heckscheibe. Kleinere Ablagen gibt es einige. Eine Mulde für ein einzelnes Trolley-großes Stück befindet sich im Beifahrerfußraum – dabei verhindert ein zu den Pedalen hin gespanntes Netz, dass das Stück hinter das Bremspedal rutschen kann. Da das Dach komplett verglast ist, ist das Raumgefühl in dem Microcar vergleichsweise spektakulär.
Einen zentralen Infoscreen gibt es nicht – dafür eine entsprechende Handyhalterung neben dem Lenkrad. Hinter dem Lenkrad gibt es noch eine Schale, in die man eine Bluetooth-Box hineinstellen kann, die dann während der Fahrt emsig hin und herwackelt – macht nix, Hauptsache Sound. Die dünnen Sitzschalen sehen verwegen aus, bieten aber auch für orthopädische Dauerpatienten eine erstaunliche Tauglichkeit. Allein eine Dämpfung der Fahrwerksaktivitäten ist schwer nachvollziehbar. Den Fahrersitz kann man verschieben, der Beifahrersitz ist fix verschraubt.
Schlüssel drehen, Klappfenster oben arretieren, ab geht’s. Noch mal anhalten, verwirrt frage ich den Einweiser nach dem Lichtschalter. „Geht mit der Zündung an.“ Alles klar. Auch für die Fahrstufenwahl muss ich mich nochmal intensiv orientieren, „D“ muss da gedrückt werden, wo sonst die Schalter für die elektrische Sitzeinstellung liegen.
Der acht PS starke E-Motor schiebt nach kräftigem Tritt aufs Gas an. Sofort stellt sich Kartbahn-Feeling ein. Rundumsicht ist nahezu uneingeschränkt vorhanden. Lenkkraftunterstützung: geringfügigst. Der Wendekreis von sieben Metern schafft ungeahnte Rangieroptionen. Außengeräuschpegel ist fast gleich Innengeräuschpegel – immer dominiert vom scharfen Summen des E-Antriebs.
In etwa neuneinhalb Sekunden bin ich auf V-Max: 45 km/h. Trotz der putzigen Leistungsdaten animiert der Ami durch eine raue, pure Fahrdynamik zu sportlich motivierten Manövern. Dabei rüttelt jede noch so kleine Fahrbahnunebenheit die Karosserie auf. Lässt man das Fahrwerk aufschaukeln, deutet sich schnell der Grenzbereich an – wo man im 2CV noch den Bordstein für Kippexperimente brauchte, würde es mit dem Ami wahrscheinlich auch ohne funktionieren.
Endlich blockieren auch Reifen mal wieder anhaltend mit hellem Schrei. Beim Rückwärtsfahren – man fällt auf der Straße nicht negativ auf, weil der Ami ja vorne und hinten gleich aussieht – ist leider bei 12 km/h Schluss.
Derart euphorisch unterwegs, strapaziert man allerdings die 5,5-kWh-Batterie stärker als vom „World-Motorcycle-Testzyklus“ dokumentiert. Statt 75 Kilometer Reichweite lassen die Ladestandsprognosen auf dem schwer ablesbaren, kleinen Instrumentenfeld dann eher auf ungefähr 50 Kilometer schließen.
Wenn der Ami alle ist, geht es erfrischend zünftig mit der Ladeprozedur weiter. Klappe im Türrahmen öffnen und das zweieinhalb-Meter-lange, Schukostecker-bewehrte Stromkabel auseinanderfalten; nach drei Stunden ist die Batterie wieder voll.
Der rustikale Fahrcharme des Mini-Citroën, der mit einem einfachen, modularen Konzept clever individualisiert werden kann, wird aufgeschlossene Kunden auf jeden Fall neugierig machen. Auf die Frage nach der Zielgruppe wies der Unternehmenssprecher unter anderem auf die 16.000 E-Scooter hin, die derzeit an den Berliner Straßenrändern stehen. Das ist sicher etwas zu optimistisch, aber als ergänzendes Mittel für kleine Strecken bei Tageslicht ist das Fahrzeug eine originelle und sparsame Alternative.
Stand: 08.12.2025
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