Gefahren: Ford Focus – kompakter Überflieger

Seite: 2/2

Anbieter zum Thema

Zum Verkaufsstart haben die Käufer die Wahl zwischen zwei Benzin- und zwei Dieselantrieben mit einem Leistungsspektrum zwischen 63 kW/85 PS und 134 kW/182 PS. Alle erfüllen die neue Euro-6d-Temp-Norm. Hervorzuheben sind vor allem die beiden Dreizylinderbenziner mit Turboaufladung und Benzin-Direkteinspritzung: Beide verfügen über eine intelligente Zylindersteuerung.

Beide Dieselantriebe sowie die beiden leistungsstärkeren 125- und 150-PS-Benziner sind optional mit der neuen Achtgang-Wandlerautomatik erhältlich. Deren Besonderheit ist, dass sie ihre Schaltstrategie adaptiv an die Fahrweise des Fahrzeuglenkers anpasst. Alternative Antriebe sucht man im Focus indes bislang vergebens: Erst im Jahr 2020 plant der Hersteller, einen Mildhybriden in seinem Volumenbringer einzuführen.

Bis zu 30 Assistenzsysteme an Bord

Außergewöhnlich im Focus ist die hohe Anzahl an aktiven Assistenzsystemen, die der Hersteller unter dem neuen globalen Begriff „Ford-Co-Pilot 360“ zusammenfasst: Bis zu 30 von den meist optionalen Sicherheitssystemen kann ein Kunde in sein Auto hinein konfigurieren.

Zu den Highlights zählt ein Ausweich-Assistent, der bei einem drohenden Crash den Ausweichimpuls des Fahrers erkennt und ihn bei der Lenkung unterstützt. Beim Stop & Go-Verkehr bremst der Focus nicht nur bis zum Stillstand ab, sondern nimmt auch in Eigenregie wieder Fahrt auf. Auch Ein- und Ausparken kann Fords neues Volumenmodell jetzt völlig selbstständig – sofern es mit dem ebenfalls neuen Achtgang-Automatikgetriebe ausgestattet ist. Eine weitere Neuerung im Modell ist ein hochauflösendes Head-up-Display, das praktischerweise auch mit polarisierten Sonnenbrillen gut ablesbar ist.

Ebenfalls erwähnenswert sind die LED-Scheinwerfer mit blendfreiem Fernlicht und kamerabasiertem Kurvenlicht: Schon vor der Lenkbewegung des Fahrers passt das System bei einer Kurve, einer Kreuzung oder einem Kreisverkehr den Lichtkegel entsprechend an.

Auch in Sachen Konnektivität hat der Hersteller bei seinem neuen Modell noch eine Schippe draufgelegt: Bei den höheren Ausstattungsvarianten können sich serienmäßig bis zu zehn Endgeräte über den mobilen Internetzugang einloggen. Die ebenfalls neue induktive Ladestation in der Mittelkonsole sorgt dafür, dass dem Smartphone beim Streamen nicht der Saft ausgeht.

Fazit: Auf einer rund 70 Kilometer langen Testfahrt konnte der Ford Focus ST-Line mit dem 88 kW/120 starken 1,5-Liter-Diesel unter der Haube auf der ganzen Linie überzeugen. Die Linienführung und die nach hinten gerückte A-Säule verleihen dem Focus den sportlichen Charakter, den man in dieser Ausstattungslinie erwartet. Das Raumgefühl ist auch dank des riesigen, elektrischen Panorama-Schiebedachs luftig, der Innenraum wirkt durch eine glatte Halbierung der Bedienelemente aufgeräumt, wenngleich der Focus im Interieur durchaus noch etwas mehr Pepp vertragen hätte. Vor allem das Cockpit wirkt durch die Kombination aus analogen und digitalen Anzeigen immer noch etwas altbacken. Positiv aufgefallen ist die gute Beinfreiheit für die Fondpassagiere. Ebenfalls hervorragend gelungen ist den Entwicklern die Fahrwerkabstimmung: Selbst Schlaglöcher verlieren im Kompaktklassemodell ihren Schrecken.

Der Selbstzünder fiel bei der rund 60 Kilometer langen Testfahrt mit seinem kraftvollen Durchzug und dem sparsamen Verbrauch von 5,2 Litern positiv auf. Wer viel Komfortausstattung und Sicherheit an Bord haben will, muss jedoch auch tief in die Tasche greifen: Unter dem Strich brachte es der Testwagen auf einen Gesamtpreis von 36.565 Euro – und kostete damit glatt doppelt so viel wie das Basismodell Trend auf dem Papier.

(ID:45385033)