Gefahren im internationalen Fahrzeughandel

Autor / Redakteur: Silvia Lulei? / Silvia Lulei

Dank Onlinebörsen ist der grenzüberschreitende Fahrzeughandel in Schwung gekommen. Allerdings birgt das Geschäft einige Tücken, weiß Matthias Gauglitz, Geschäftsführer der DAD Deutscher Auto Dienst GmbH.

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Redaktion: Worauf müssen die Händler beim internationalen Fahrzeughandel über Onlineportale achten?

Matthias Gauglitz: Die meisten Portale bieten Händlern Zusatzservices bis hin zur Rechnungstellung, die dafür sorgen, dass sie ihre Geschäfte schnell und effizient abwickeln können. Doch für eine grenzüberschreitende Abwicklung brauchen die Händler oftmals weitere Dokumente. Das sind beispielsweise eine CoC-Bescheinigung oder die Zulassungsbescheinigungen Teil I oder II.

Was sind die größten Schwierigkeiten dabei?

Für Käufer und Verkäufer ist es wichtig, dass das Fahrzeug nach Kaufabschluss schnell und reibungslos ins Zielland überführt und dort zugelassen wird. Ich bin überzeugt davon, dass denjenigen Händlern die Zukunft gehört, die ihren Kunden nicht nur ein Fahrzeug verkaufen, sondern ihnen Full-Service bis vor die Haustür bieten. Konkret heißt das, dass sie ihre Kunden auch beim Transport, bei der Zulassung, bei Gutachten etc. unterstützen. Wenn ein Händler einzelne Wagen an Privatpersonen oder an andere Händler im Ausland verkauft, hätte er einen immens großen Aufwand, das Geschäft zu koordinieren. Das kann ihm ein Spezialist abnehmen.

Um was würde sich ein solcher Spezialist kümmern?

Der DAD zum Beispiel würde sich um die Zollkennzeichen kümmern, die Überführung organisieren, die notwendigen Dokumente beschaffen, das Fahrzeug im Zielland zulassen und es vollgetankt an den neuen Besitzer übergeben – inklusive eines Übergabeprotokolls.

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Wie kann sich ein Händler vor schlechten Erfahrungen schützen?

Wer international Fahrzeuge handelt, läuft Gefahr, gelegentlich an schwarze Schafe zu geraten. Bei besonders günstigen Angeboten in Onlineportalen fragt sich sicher der eine oder andere, ob es sich um ein gestohlenes Fahrzeug handeln könnte. Besonders, wenn Autos mit sehr guter Ausstattung und in hervorragendem Zustand zu einem Spottpreis angeboten werden. Sicherheit gibt das Europäische Fahrzeugzertifikat des DAD. Es basiert auf einer behördlichen Datenbankabfrage und stellt sicher, dass das Fahrzeug nicht gestohlen oder zur Fahndung ausgeschrieben ist.

Wie wichtig ist eine sorgfältige Dokumentation?

Gerade bei Onlinegeschäften müssen Händler darauf achten, damit der Verkauf nicht Jahre später zum nachträglichen Verlustgeschäft wird. Das kann passieren, wenn im Rahmen einer Steuerprüfung ein Verbringungsnachweis für den Export innerhalb der EU verlangt wird und der Händler ihn nicht erbringen kann. In diesem Fall droht dem Verkäufer eine Nachforderung der Mehrwertsteuer. Der Händler bräuchte eine behördliche Bestätigung, wenn das Fahrzeug im europäischen Ausland zugelassen wurde. Wir bieten unseren Kunden an, diese Bestätigungen zu beschaffen, und liefern damit den notwendigen Beleg für den erfolgten Fahrzeugexport – auch, wenn er schon Jahre zurückliegt.

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