Gefahren: Kia Ceed – unaufgeregter Kompakter mit vielen Talenten

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Unter der Haube bietet Kia zunächst drei Benziner an: einen 1,4-Liter Sauger mit vier Zylindern und 100 PS, einen Dreizylinder-Turbo mit 120 PS und einen neuen 1,4 Liter großen Vierzylinder-Turbo mit 140 PS. Zudem haben die Koreaner einen neu entwickelten 1,6-Liter-Diesel mit SCR-Katalysator im Angebot, der in zwei Leistungsstufen bestellt werden kann: mit 115 oder 136 PS. Alle Motoren erfüllen die Norm Euro 6d Temp.

Im kommenden Jahr soll es zudem einen Diesel mit Mildhybrid geben, der rund sieben Prozent Kraftstoff einsparen soll. Und auch eine GT-Variante mit einem stärker motorisierten Benziner ist bereits in der Pipeline. Eine echte Sportvariante, wie sie die Konzernschwester Hyundai beim i30 anbietet, wird es vermutlich jedoch nicht geben.

Flotter, leiser Turbo-Benziner

In unserem Testwagen war der 1,4-Liter Turbo verbaut. Der ist nun kein Performance-Künstler, sorgt aber für flottes Vorankommen im Alltagsbetrieb und meistert auch mal einen Zwischensprint zum Überholen ohne Mühe. Aus dem Stand auf Tempo 100 braucht er 8,9 Sekunden, bis zu 210 km/h sind mit dem Auto drin. Aber so schnell werden wohl die wenigsten Käufer des Ceed fahren wollen. Pluspunkt: Er arbeitet leise und unaufgeregt, sodass man auch längere Autobahnetappen gerne angeht. Das kannte man von den Benzinern im Vorgängermodell etwas anders.

Das nicht zu weiche Fahrwerk tut sein Übriges. Sportliche Fahrer würden sich vielleicht noch mehr Härte wünschen, aber für Kompaktwagenverhältnisse ist der Ceed durchaus straff abgestimmt. Die Lenkung dagegen könnte ruhig etwas direkter sein.

Platz gibt es auch genug. Zwar hat sich weder der Radstand noch die Fahrzeuglänge im Vergleich zum Vorgänger verändert. Für die Passagiere haben die Ingenieure dennoch mehr Raum geschaffen. So wuchs die Schulterfreiheit im Fond durch die breitere Karosserie. Gleichzeitig wurden die Sitze niedriger positioniert, was für mehr Beinfreiheit hinten sorgt. Durch ein neues Armaturenbrettdesign haben die Entwickler zudem vorn die Kniefreiheit vergrößert.

Kia Ceed: Unaufgeregter Kompakter mit vielen Talenten
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Der Kofferraum ist im Vergleich zur letzten Ceed-Generation leicht gewachsen und hat nun ein Volumen von 395 Litern. Bei umgeklappter Rückbank passen bis zu 1.291 Liter in den Kompaktwagen.

Wer mehr Platz braucht, sollte auf die Kombivariante warten. Für die verspricht Kia einen der größten Gepäckräume in der Kompaktklasse. 625 Liter passen in den Lademeister. Das stellt sogar das eine oder andere D-Segment-Modell in den Schatten. Der Kombi kommt am 29. September, der Fünftürer steht bereits ab 30. Juni bei den deutschen Kia-Händlern.

Weitere Varianten sollen folgen

Auch einen Shooting Brake, den es im September 2017 auf der Frankfurter IAA als Studie zu sehen gab, haben die Verantwortlichen inzwischen bestätigt. Er ersetzt den bisherigen Dreitürer und startet spätestens im Januar 2019. Und das ist noch nicht alles. Zwei weitere Derivate sollen die Kompaktwagenfamilie mittelfristig komplettieren. Um welche Karosserievarianten es sich dabei handelt, verrät Kia aktuell noch nicht.

Die Preisliste des Ceed-Fünftürers beginnt bei 15.990 Euro. Damit kostet der Neue exakt 1.000 Euro mehr als der Vorgänger, hat aber auch bereits deutlich mehr Serienausstattung an Bord. Die Verantwortlichen erwarten jedoch für das Einstiegsmodell keinen großen Kundenkreis. Rund 40 Prozent der Kunden werden sich nach den Erwartungen von Kia für eine der beiden höchsten Ausstattungsvarianten Spirit (ab 23.690 Euro) oder Platinum (ab 30.790 Euro) entscheiden.

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