Gefahren: Kia Picanto – Schluss mit knuffig
Die dritte Generation von Kias Einstiegsmodell kommt optisch deutlich dynamischer daher als die Vorgänger. Beim Antrieb hat sich allerdings zunächst nicht viel geändert. Doch im Herbst legen die Koreaner einen Turbo-Dreizylinder nach.
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Der Kia Picanto hat sich deutlich verändert. Die erste Generation war optisch ein klassischer Kleinwagen mit Kulleraugen. Die hatte der zweite Picanto zwar nicht mehr, aber dafür reichlich Babyspeck. Und Nummer drei? Nichts von alledem. Die neue Generation, die am vergangenen Wochenende auf dem deutschen Markt gestartet ist, sieht für ihre Größe fast schon muskulös aus. Durch den breiteren Kühlergrill, der durch die Scheinwerfer noch einmal verlängert wird, wirkt der Picanto sportlich und angriffslustig – erst recht, wenn man sich für die Ausstattungsvariante „GT Line“ mit größerem Lufteinlass, Seitenschwellern und zusätzlichen Farbakzenten entscheidet.
Der Picanto gehört für Kia zu den wichtigsten Modellen. Mehr als 120.000 Käufer fand das A-Segment-Fahrzeug in Deutschland seit der Markteinführung der ersten Generation im Jahr 2004. Im vergangenen Jahr entschieden sich 7.600 Kia-Kunden für einen Picanto. Nur Ceed und Sportage wurden noch häufiger ausgeliefert. Mit dem neuen Picanto-Modell soll die Zahl der Verkäufe in diesem Jahr laut Kia-Deutschland-Geschäftsführer Steffen Cost noch einmal um zehn Prozent steigen.
Wie bisher ist der Picanto 3,60 Meter lang und 1,60 Meter breit. Den Radstand verlängerten die Entwickler jedoch um 1,5 Zentimeter auf 2,40 Meter. Gleichzeitig legte der Kleine in der Höhe um einen halben Zentimeter zu. Das sorgt für mehr Platz und Bewegungsfreiheit im Innenraum. Die Kopffreiheit ist auch auf der Rückbank sehr ordentlich, die Beinfreiheit – der Fahrzeugklasse geschuldet – eher bescheiden. Sitzt jedoch vorn kein 1,90-Meter-Mann, kann man es schon einmal eine Weile aushalten. Vorausgesetzt, man kommt nicht auf die Idee, den offiziell vorhandenen fünften Platz hinten in der Mitte ebenfalls zu besetzen.
Der Gepäckraum wuchs um 55 auf 255 Liter – das ist ein Bestwert im A-Segment. Der Picanto liegt damit knapp über dem VW Up, der 251 Liter bietet aber deutlich über dem Opel Karl mit 206 Litern. Ein herausnehmbarer Boden sorgt für Flexibilität. Klappt man die asymmetrisch geteilte Rücksitzlehne um, entsteht eine ebene Ladefläche. Der Picanto fasst dann bis zu 1.010 Liter. Anders als bisher wird Kias Kleinster nur als Fünftürer angeboten.
Zwei Saugbenziner, später noch ein Turbo
Motorseitig gibt es keine Überraschungen. Kia bietet zunächst die beiden bereits bekannten Sauger an: Einen 1,0-Liter-Dreizylinder mit 49 kW/67 PS und einen 62 kW/84 PS starken 1,2-Liter-Vierzylinder. Beide Motoren haben in diesem Fahrzeugsegment ihre Berechtigung. Der Dreizylinder geht bauarttypisch recht knurrig zu Werke. Er kommt außerhalb der Stadt schnell an seine Grenzen, vor allem bergauf geht im schnell die Puste aus.
Die 1,2-Liter-Variante bietet etwas mehr Reserven, fordert aber auch die fleißige Bedienung von Schalthebel und Gaspedal. Beim Überholen kommt man mit dem größeren Sauger jedoch nicht so schnell ins Schwitzen. Neben dem serienmäßigen Fünf-Gang-Schaltgetriebe kann der 1,2-Liter-Picanto auch mit einer vierstufigen Automatik bestellt werden. Kia rechnet damit, dass etwa acht Prozent der Käufer diese Option wählen werden.
Deutlich mehr Kraft und Fahrspaß als die Sauger verspricht der neue 1,0-Liter-Turbo mit 74 kW/100 PS, den Kia allerdings erst ab Herbst anbietet. Er machte schon im größeren Kia Rio eine gute Figur. Der Turbo dürfte nach Ansicht des Importeurs jedoch nur für rund zehn Prozent der Picanto-Käufer interessant sein, während sich der Rest der Kunden jeweils zur Hälfte für einen der beiden Sauger entscheiden wird.
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