Gefahren: Ssangyong XLV – der Gepäckträger

Autor Andreas Wehner

Mit dem SUV Tivoli konnte Ssangyong seine Verkäufe in Deutschland kräftig steigern. Allerdings ist der Kofferraum des Bestsellers recht klein. Mit dem XLV gibt es nun eine Langversion mit Platz für mehr Gepäck.

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Der Ssangyong XLV ist seit Juni 2016 auf dem deutschen Markt.
Der Ssangyong XLV ist seit Juni 2016 auf dem deutschen Markt.
(Bild: Wehner / »kfz-betrieb«)

Ssangyong ist im Aufwind. Im vergangenen Jahr verkaufte die wenig bekannte koreanische Automarke in Deutschland 2.700 Fahrzeuge – ein Plus von 120 Prozent im Vergleich zum Jahr 2014. Und in diesem Jahr geht es weiter mit dem Wachstum. Im ersten Halbjahr bedeuteten 1.750 Neuzulassungen immerhin noch ein Plus von 61,8 Prozent.

Einen großen Anteil daran hat das B-Segment-SUV Tivoli, das seit Juni 2015 auf dem Markt ist. Ende Mai 2016 hatte der Importeur insgesamt bereits 1.100 in Deutschland verkaufte Tivoli in der Bilanz stehen. Einen Nachteil hat das SUV jedoch: Zwar ist locker Platz für vier bis fünf Personen. Will man jedoch mit der Familie länger auf Reisen gehen, bekommt man Schwierigkeiten mit dem Gepäck. Der Kofferraum ist mit 423 Litern nicht unbedingt üppig.

Hier schafft der neue XLV Abhilfe. Er basiert auf dem Tivoli, dem er von vorn und im Innenraum nahezu gleicht. Allerdings ist er mit 4,44 Metern 23 Zentimeter länger und dieses Wachstum kommt fast komplett dem Gepäckraum zugute. Der ist im Vergleich zum Tivoli um 70 Prozent größer und fasst 720 Liter – davon 146 unter einer Gepäckraumabdeckung.

Unter der Haube arbeiten die aus dem Tivoli bekannten 1,6-Liter-Motoren: ein Benziner mit 94 kW/128 PS und ein Diesel mit 85 kW/115 PS. Auch den XLV gibt es wie schon den kleinen Bruder mit Front- und Allradantrieb sowie wahlweise als Handschalter oder mit Automatik. Ein Sparwunder ist der XLV jedoch nicht. Der Benziner verbraucht nach Herstellerangaben mindestens 7,1 Liter Kraftstoff auf 100 Kilometer. Der sparsamste Diesel kommt mit Start-Stopp-System auf 4,5 Liter. Wer jedoch die Automatikversion in Kombination mit vier angetriebenen Rädern wählt, muss bereits mit 6,3 Litern Diesel auf 100 Kilometer rechnen – laut Datenblatt wohlgemerkt. Der tatsächliche Verbrauch dürfte noch etwas höher liegen.

Kein Sportler, aber solide und günstig

Der von uns gefahrene Allrad-Diesel ist alles andere als ein Sportler, dürfte aber für die meisten Aufgaben ausreichend sein. Auf der Autobahn braucht er allerdings schon eine Weile, um die Höchstgeschwindigkeit von 170 km/h zu erreichen. Generell will der Schalthebel fleißig bedient werden. Ist man in höheren Drehzahlbereichen unterwegs, wird der Motor zudem schnell laut.

Auf dem Fahrerplatz fühlt man sich durchaus wohl. Die Sitze sind bequem und machen auch nach längerer Fahrt keinen Ärger. Das Cockpitdesign reist einen jetzt nicht zu Jubelstürmen hin, ist aber auf der Höhe der Zeit und alles ist so angeordnet, dass man sich gut zurecht findet. Und vor allem: die Verarbeitung ist sehr gut. Alles sitzt, nichts wackelt, nichts knarzt.

Alles in allem ist der XLV ein solides Fahrzeug, das sowohl für Passagier als auch für Gepäck ausreichend Platz bietet. Preislich ist das SUV eher im unteren Bereich seiner Klasse angesiedelt. Für die Einstiegsversion mit zwei angetriebenen Rädern und Benziner sind 16.990 Euro fällig. Ein Diesel in der gleichen Ausstattung kostet jeweils 2.500 Euro Aufpreis. Wer ein Automatikgetriebe haben möchte, zahlt im Vergleich zum Handschalter 2.000 Euro mehr. Den gleichen Aufschlag verlangt Ssangyong auch für den Allradantrieb.

Der XLV ist seit Juni auf dem Markt. In diesem Jahr sollen die derzeit 210 deutschen Ssangyong-Händler noch 400 Einheiten verkaufen.

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