Gericht in Utah verbietet Tesla den Direktvertrieb
Die Autohändlerschaft im US-Bundesstaat Utah hat sich gegen Tesla durchgesetzt. Das dortige höchste Gericht hat dem Hersteller nun die Verkaufslizenz verweigert. Ein 3-Millionen-Dollar-Showroom wird damit praktisch zum Museum.

Tesla hat vor dem höchsten Gericht des US-Bundesstaats Utah eine empfindliche Niederlage einstecken müssen. Der Utah Supreme Court erteilte dem Elektroautohersteller keine Verkaufslizenz für seinen Showroom in Salt Lake City, wie das Elektromobilitäts-Blog „Electrek“ berichtet. Zuvor hatten sich einige ansässige Autohändler gegen das Direktvertriebsmodell der Kalifornier gewehrt. Da sich die Parteien im Vorfeld nicht einigen konnten, landete der Fall vor Gericht.
Laut Tesla-Chefsyndikus Todd Maron seien die Verhandlungen an der fehlenden Kompromissbereitschaft der Händlerschaft in Utah gescheitert. „Das grundlegende Problem liegt darin, dass die Leute, mit denen wir verhandelt haben, kein Interesse daran hatten, dass Tesla eine Verkaufslizenz in Utah erhält“, zitiert ihn das Blog. „Sie wollten die Spielregeln diktieren, unter denen wir unsere Autos verkaufen dürfen.“ Deshalb habe Tesla seinen Erfolg vor dem Gericht gesucht.
Dort stimmten die Geschworenen jedoch mit 5:0 Stimmen gegen Tesla. Nach der gültigen Rechtslage in Utah darf der Hersteller damit in dem Bundesstaat lediglich Servicedienstleistungen anbieten und Gebrauchtwagen verkaufen. Im Showroom in Salt Lake City, den Tesla 2015 für rund 3 Millionen US-Dollar gebaut hat, darf der Hersteller seine Fahrzeuge zwar ausstellen, ein Verkauf der Autos ist aber untersagt. Zudem darf Tesla Interessenten keine Probefahrten anbieten. Die Testfahrten wurden im Laufe der Verhandlung teilweise kurios diskutiert, so führte beispielsweise ein Jurist laut „Electrek“ an, dass man bei Amazon Produkte auch nicht testen könne, bevor man sie online kaufe.
In einer Reaktion gegenüber dem Blog zeigte sich ein Tesla-Sprecher ernüchtert. „Das Urteil in Utah ist enttäuschend für Tesla und alle Kunden in Utah, die an Vielfalt, Wahlfreiheit und nachhaltiger Mobilität interessiert sind.“ Der Hersteller wolle aber weiter alle Möglichkeiten ausloten, um in Utah doch noch eine offizielle Verkaufslizenz zu erhalten.
Das Vertriebsmodell von Tesla und der Direktvertrieb im Allgemeinen ist nicht nur Autohändlern in Utah ein Dorn im Auge. Immer wieder landen derartige Fälle vor den höchsten Gerichten einzelner US-Bundesstaaten. Zuletzt hatte Tesla mehrfach juristische Erfolge erzielen können, beispielsweise in Indiana und Wyoming. Dagegen ist in Michigan, Texas und Arizona der Direktvertrieb ähnlich wie in Utah per Gesetz verboten.
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