Gesamtpaket fertig geschnürt
„Qualität setzt sich durch.“ Getreu dieser Devise hat es die Dürkop-Gruppe mit Hauptsitz in Braunschweig geschafft, sich in den vergangenen Jahren neu auszurichten.
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Der Geschäftsführer der Dürko-Gruppe, Stefan N. Quary, gibt sich gegenüber dem Eigentümer der DAH, der Nürnberger Versicherung, selbstbewusst: „Die Dürkop- Gruppe ist in ihrem operativen Handeln und Tun autark.“ Als wirtschaftlich stabile Gesellschaft, so ist Quary überzeugt, werde die Gruppe auch ohne Hilfe ihrer Muttergesellschaft künftig funktionieren. Um dahin zu kommen, hat der Mehrmarkenhändler in den vergangenen Jahren alles Bisherige auf den Kopf gestellt. Quary nennt in diesem Zusammenhang die Schlagworte:
?? Konsolidierung der wirtschaftlichen Lage
?? Festlegen wirtschaftlich sinnvoller Standorte
?? Aufbau eines sich ergänzenden Markenportfolios
?? klare Markentrennung inklusive Segmentierung vom Cash-&-Carry-Fahrzeug bis zum Premiumsegment
?? Verschlankung des Managements auf effiziente Strukturen
Allein in diesem Jahr hat das Unternehmen mit seinen heute zwölf Marken – im Vertrieb sind es Opel, Kia, Volvo, Fiat, Alfa Romeo, Lancia, Cadillac, Corvette, Hummer und im Service Bosch, Saab und Subaru – kräftig auf- und abgeräumt.
Fit für Flotten
Der Expansionshunger der neu aufgestellten Dürkop-Gruppe zeigte sich in diesem Jahr auch in der Übernahme der Berliner AC1092 GmbH. Nachdem die sieben Betriebe der AC1092 im Jahr 2006 zunächst lediglich operativ als eigenständige Einheit übernommen worden waren, hat sich Quary in diesem Jahr für eine Verschmelzung des Händlers mit der Dürkop-Gruppe entschlossen.
Ein wichtiger Grund: Die AC1092 mit den Schwerpunktmarken Opel und Kia verfügt über das gleiche Angebotsportfolio wie die Dürkop. Hinzu kommt, dass die Gruppe durch diese Übernahme ihr Einzugsgebiet deutlich vergrößern konnte. Neben den Bundesländern Niedersachsen und Hessen mit ihren Standorten Hannover (Hannover List und Hannover Laatzen), Göttingen, Goslar, Wolfsburg, Kassel 1 und 2, Bad Hersfeld und dem Bundesland Sachsen Anhalt mit Magdeburg kamen jetzt die Bundesländer Berlin und Brandenburg hinzu. In Berlin ist Dürkop jetzt mit drei Standorten in der Landsberger Allee, in der Rummelsburger Landstraße und in Hoppegarten vertreten. In Brandenburg an den vier Standorten Frankfurt (Oder), Eisenhüttenstadt, Eberswalde und Bernau. Quary ist überzeugt, dank seiner neuen Eroberung hohe Synergieeffekte im Backoffice, aber auch im Vertrieb durch Volumenbündelung herauszuholen.
Dürkop bleibt hungrig
Der Manager ist überdies optimistisch, dass die neue Schlagkraft der Gruppe gut für das Flottengeschäft sein wird. „Mit der breiteren geographischen Streuung unserer Serviceanlaufpunkte von Frankfurt (Oder) über Hannover bis nach Bad Hersfeld können wir jetzt vor allem überregional tätige Flottenkunden noch besser bedienen“, erläutert Quary. Heute liegt der Gewerbekundenanteil der Gruppe bei 17 Prozent des Gesamtabsatzes. Mittelfristig sollen es 35 Prozent werden.
Für Quary sind mit den jüngsten Übernahmen noch nicht alle Möglichkeiten ausgereizt. Kurzfristig könnte noch eine weitere Marke im Vertrieb und Service an einem weiteren Standort hinzukommen, deutet der Manager an.
Eines ist jedoch klar: Die Gruppe will kontrolliert und wirtschaftlich sinnvoll wachsen. Expansion um jeden Preis ist nicht das Ziel. Bei passenden Gelegenheiten will man pro Jahr zwei bis drei Standorte in die Gruppe integrieren. Dabei liebäugelt das Unternehmen mit neuen Partnern in ihren bestehenden aber auch in angrenzenden Gebieten.
Wichtig ist Quary, mit dem heutigen Markenportfolio in allen Dürkop-Gebieten Marktanteile von 15 Prozent plus X zu erreichen. So könne man mittelfristig eine Umsatzrendite von mindestens 1,5 Prozent erreichen. Bereits 2008 peilt der Manager einen Umsatz von rund 300 Millionen Euro an. Zum Vergleich: Im Jahr 2002 waren es 204 Millionen Euro. Stolz sind Quary und sein Kollege Michael Krohn vor allem auf die Tatsache, dass die Expansion der Gruppe aus eigenen Mitteln gelingt. Die Manager: „Gerade in den vergangenen Jahren ist es uns gelungen, das Engagement der Nürnberger Versicherung in Form von Sicherheiten deutlich zu reduzieren.“ Bis auf einen Schritt seien diese Maßnahmen jetzt abgeschlossen.
Das Erfolgsrezept der Dürkop-Gruppe heißt für Quary auch künftig Wachstum mit Augenmaß. „Nachdem sich die Gruppe aus langfristigen Verpflichtungen befreit hat, wollen wir unsere heutige gesunde Struktur halten und ausbauen.“ Die Verbesserung im Net-Working-Capital unterstreicht laut Michael Krohn den stabilen Gesamtzustand des Unternehmens.
Als äußeres Zeichen ihrer neuen Schlagkraft baut die Gruppe ihr Stammhaus derzeit mit einem Investitionsaufwand von fünf Millionen Euro um.
Die gegenwärtig flaue Automobilkonjunktur in Deutschland lässt das Unternehmen zwar nicht kalt. Dennoch sieht Quary künftig weniger bei den großen als bei 400- bis 500-Neuwagen-Einheiten-Händlern mehr und mehr Existenzsorgen. Für das eigene Unternehmen heißt das laut Quary: „Wir müssen die Risiken in erster Linie bei uns sehen.“ Daher werde man nach den ersten Erfolgen nicht nachlassen, resümiert der Manager, sondern weiter kontinuierlich „Gas geben“.
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