Gesellenprüfung – ganz praktisch

Redakteur: Johannes Büttner

Wie lässt sich eine Geselleprüfung für Kfz-Mechatroniker korrekt, rechtssicher und rationell organisieren? Antworten auf diese Frage lieferte das Forum „auto und AUSBILDUNG“.

Seit gut einem Jahr besteht die neue Prüfungsverordnung für Kfz-Mechatroniker. Theoretisch gelten bundesweit die gleichen Regeln für die Gesellenprüfung, in der Praxis sind aber 240 verschiedene Prüfungsausschüsse für die Umsetzung verantwortlich. Im Rahmen des Forums „auto und AUSBILDUNG“ am 26. September im VCC in Würzburg vermittelten Experten Tipps und Tricks rund um die Gestaltung der Prüfung.

Außerdem boten die veranstaltenden Fachzeitschriften »autoFACHMANN«, »autoKAUFMANN« und »kfz-betrieb« Prüfungsprofis aus der ganzen Republik die Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch. Mit dem Thema hatten die Veranstalter ganz offensichtlich den Nerv der Branche getroffen. Rund 180 Teilnehmer waren gekommen, um sich zu informieren und engagiert zu diskutieren.

Prüfung live und hautnah erlebt

Im Mittelpunkt des Geschehens stand die Simulation einer realen Gesellenprüfung. Das Bildungszentrum Butzweilerhof der Handwerkskammer zu Köln hatte eine komplette Prüfungslandschaft mit nach Würzburg gebracht. Echte Auszubildende und Prüfer durchliefen die verschiedenen Stationen von Teil eins und zwei der Gesellenprüfung. Dabei wurden sie von den fachkundigen Tagungsteilnehmern aufmerksam und kritisch verfolgt.

Diese Vorgehensweise sorgte für einen lebhaften Erfahrungsaustausch und bescherte allen Teilnehmern den bewegten Tag mit praktischen Tipps für den Alltag, den ihnen die Schirmherrin der Veranstaltung zu Beginn gewünscht hatte. Birgit Behrens, Leiterin des Referats Berufsbildung beim Deutschen Kraftfahrzeuggewerbe, betonte außerdem die hohe Bedeutung der Gesellenprüfung für den weiteren Lebensweg von jungen Menschen. Deshalb trügen die Prüfungsausschüsse auch eine besonders große Verantwortung.

Das praktische Verfahren, das die Teilnehmer im VCC zu sehen bekamen, haben Friedrich Wilhelm Teutschbein und Oliver Becker aus Köln entwickelt und mit ihren Kollegen am Butzweilerhof schon mehrfach erfolgreich angewandt. Mit welchen Praxishilfen sie ihre Prüfungen organisieren und zum Beispiel Auszubildende wie Prüfer auf ihren Einsatz vorbereiten, stellten sie dem Auditorium in einem Vortrag vor.

Gespräch statt mündliche Prüfung

Besonders lebhaft diskutierten die Teilnehmer über die Gestaltung des in der Prüfungsverordnung vorgeschriebenen Fachgesprächs. Barbara-Ch. Schild vom Bundesinstitut für berufliche Bildung (BIBB) betonte in ihrem Referat, dass es sich dabei um einen Teil der praktischen Arbeitsaufgabe und nicht um eine eigene mündliche Prüfung handle.

Rudolf Angerer, seines Zeichens ehemaliger Berufsweltmeister und heute deutscher Experte bei internationalen Wettbewerben, führte nicht nur als Moderator durch den Tag. Er stellte außerdem als Referent die Beurteilungshilfen vor, mit denen bei internationalen Wettbewerben der beste unter den ausnahmslos hervorragenden Teilnehmern ermittelt wird.

Joachim Syha vom ZDK schließlich gab Tipps zur Organisation der Prüfung und lieferte Hinweise, wie sich der zweifellos große zeitliche und personelle Aufwand zumindest in Grenzen halten lässt.

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