Gespräch statt Prüfung

Redakteur: Johannes Büttner

Das situative Fachgespräch ist obligatorischer Bestandteil der praktischen Gesellenprüfung. Barbara Schild vom BIBB erklärte, was es dabei zu beachten gilt.

Das Fachgespräch als Bestandteil der praktischen Gesellenprüfung ist nach wie vor Quell vieler Unsicherheiten. Das belegten nicht zuletzt die vielen lebhaften Debatten zu diesem Thema auf dem Würzburger Ausbilderforum „Auto und Ausbildung“. Barbara-Ch. Schild vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) brachte mit Ihrem Vortrag Licht ins Dunkel.

„Das Fachgespräch hat keine eigene Prüfungsanforderung, sondern die gleiche wie die jeweilige Arbeitsaufgabe“, stellte Schild zu Beginn gleich klar. Der Prüfer hinterfrage darin die Planung, Vorgehensweise und fachliche Hintergründe, dürfe aber keine reinen Wissensfragen stellen. Schließlich handle es sich nicht um eine mündliche Prüfung.

Deshalb gehe es nicht unbedingt um die Frage, ob ein Prüfling richtig oder falsch geantwortet habe. Schließlich können komplexe fachliche Sachverhalte durchaus unterschiedlich beurteilt werden. Das situative Fachgespräch solle vielmehr zeigen, ob der Auszubildende fachbezogene Probleme darstellen und lösen kann. Auch seine sprachlich-kommunikativen Fähigkeiten spielen eine Rolle.

In der Prüfungsverordnung vorgegeben ist die Dauer des Fachgesprächs: Insgesamt zehn Minuten in Teil I und 20 Minuten in Teil II der Gesellenprüfung. Ob es phasenweise über die Prüfung verteilt oder im Block geführt wird, liegt laut Schild im Ermessen des Prüfungsausschusses. Auch über die Gewichtung des Fachgesprächs mache die Verordnung keine verbindlichen Vorgaben. Der Vorschlag des ZDK, das situative Gespräch mit 15 Prozent in das Ergebnis der praktischen Prüfung einfließen zu lassen, sei aber eine gute Orientierung für die Ausschüsse.

Den Ausbildern in den Betrieben empfahl Schild, das Fachgespräch schon im Vorfeld mit ihren Azubis zu üben. Wer schon während der Ausbildung Arbeitsaufträge immer wieder mit seinem Auszubildenden bespreche, nehme den jungen Leuten die Angst vor solchen Gesprächen.

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