Getrag wagt Schritt auf den Ersatzmarkt

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Jan Rosenow

Erstmals in seiner fast 80-jährigen Geschichte öffnet sich der Getriebehersteller für den freien Ersatzmarkt. Ein Team um die Direktorin Service und Aftersales, Doris Elter, sondiert die Bedürfnisse der Werkstätten und erstellt eine Aftermarket-Strategie.

Doris Elter baut derzeit das Aftersales-Geschäft von Getrag auf.
Doris Elter baut derzeit das Aftersales-Geschäft von Getrag auf.
(Foto: Getrag)

Ein Hindernis, das ihrem Unternehmen beim geplanten Eintritt in das Aftersales-Geschäft entgegenstehen könnte, nennt Doris Elter gleich zu Beginn des exklusiven Gesprächs mit »kfz-betrieb«: „Getrag ist noch keine bekannte Marke in den Werkstätten.“ Das mag wohl stimmen. Denn obwohl das schwäbische Unternehmen sich bereits auf seinen 80. Geburtstag im nächsten Jahr freuen kann und jedes Jahr Millionen von Getrieben für viele europäische Autohersteller liefert, war es noch nie auf dem Ersatzteilmarkt aktiv.

Doch das soll sich demnächst ändern. Seit rund zwei Jahren arbeiten Doris Elter und ihr Team daran, eine Aftermarket-Strategie für Getrag zu erstellen und ein Produkt- und Serviceprogramm aufzubauen. Ende 2014 soll das Konzept fertig sein. Wem dieser Prozess recht lang vorkommt, der muss sich vor Augen halten, dass Getrag seit seiner strategischen Neuausrichtung im Jahr 2011 ausschließlich Getriebe herstellt, und zwar in Mehrheit Handschaltgetriebe. Regelmäßig auszutauschende Verschleißteile sind das nicht gerade.