Getrübte Stimmung auf der Essen Motor Show

Autor / Redakteur: Jan Rosenow / Dipl.-Ing. (FH) Jan Rosenow

Rund 115.000 Autobegeisterte pilgerten am ersten Wochenende auf die Essen Motor Show. Die Automobilkrise wirkt sich also nicht auf die Besucherzahlen aus – doch die Reihen der Aussteller offenbaren einige Lücken.

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Gute Stimmung unter den Besuchern, aber gemischte Gefühle vieler Aussteller kennzeichneten den Auftakt der 41. Essen Motor Show. Zirka 115.000 PS-Fans pilgerten am vergangenen Wochenende zur besucherstärksten Automobilmesse des Jahres in Deutschland. „Unser Konzept, das Angebot der weltweit vielfältigsten Automobilshow mit noch mehr Action wie zum Beispiel Motorsport live zu ergänzen, trifft den Nerv der Automobilbegeisterten“, zog der Geschäftsführer der Messe Essen, Egon Galinnis, eine erste Zwischenbilanz. „Die vier Säulen der Essen Motor Show – Serienautos, Tuning, Oldtimer & Classics und Motorsport – erweisen sich gerade in diesen Zeiten als solides Fundament der Messe.“

Ford und Opel fehlen

Die Besucherzahlen stimmen also, doch zeigte ein Blick in die Hallen auffällige Lücken unter den Ausstellern. Opel und Ford fehlten ebenso wie manche japanischen Marke oder große Zubehörlieferanten wie der Räderhersteller Rial. Welche Auswirkungen das auf die verbliebenen Aussteller hat, erklärt Thomas Buchert von der R.O.D. Leichtmetallräder GmbH: „Es kommen zwar viele Endverbraucher an den Stand, aber kaum Händler. Das liegt daran, dass viele Autohersteller fehlen, die bislang ihre Händler nach Essen eingeladen haben. Und so können wir kaum Visitenkarten sammeln und Fachgespräche führen.“

Ralf Rossenbach ist verantwortlich für den Messeauftritt des Reifenherstellers Continental, der in Essen einen Gemeinschaftsstand mit den Tunern Abt, AC Schnitzer, Heico, Musketier, Lorinser und Steinmetz betreibt. Auch Rossmann freut sich über die guten Besucherzahlen: „Am Samstag war es richtig voll. Unsere Standpartner sind sehr zufrieden mit der Resonanz. Aber es ist schade, dass so viele Aussteller fehlen. Wie wollen sie ihre Produkte verkaufen, wenn sie sich nicht auf Messen wie dieser präsentieren?“

Volkswagen trägt Schwarz-Weiß

Immerhin belegte der Volkswagen-Konzern wie immer eine große Standfläche in Halle 3. Audi präsentierte eine Clubsport-Variante des Sportwagens R8. Der R8 LMS richtet sich an motorsportbegeisterte Kunden, die in seriennahen Rennsportklassen auf Punktejagd gehen wollen.

Volkswagen zeigte in Halle 3 mit der Studie Eos White Night und dem Sondermodell Scirocco Collectors Edition zwei Premieren. Der Eos White Night trägt zur weißen Außenlackierung schwarz lackiertes Dach, Kühlergrill und Spiegel. Auch im hochwertig ausgestatteten Innenraum setzt VW das Schwarz-Weiß-Spiel fort. Über einen möglichen Serientermin sagte Volkswagen in Essen noch nichts. Der Scirocco Collectors Edition hingegen wird ab Anfang 2009 in einer auf 100 Stück limitierten Sonderserie zu kaufen sein.

Auch andere Automobil-Hersteller zeigten in Essen Deutschland-Premieren, so etwa die Fiat-Tochtermarke Abarth die „esseesse“-Versionen des 500 und Grande Punto, Mitsubishi den Lancer Sportback Ralliart und Skoda den neuen Octavia.

Erstes Rad mit TÜV

Eine Premiere feierte in Essen auch der Räderproduzent R.O.D. (Marke: Rondell). Er stellte als erster Hersteller von Tuningrädern für den Freien Markt eine TÜV-geprüfte Räderbaureihe vor. Das Modell 0049 erhielt die „Plakette“ nach eingehenden Materialprüfungen durch den TÜV Süd. Die Anforderungen in diesen Tests gingen weit über das hinaus, was Leichtmetallräder sonst leisten müssen, um eine ABE zu erhalten.

40 Jahre Irmscher

Ein echtes Doppeljubiläum konnte der Tuningspezialist Irmscher feiern. Das Unternehmen wurde in diesem Jahr 40 Jahre alt und stellte gleichzeitig zum 40. Mal auf der Essen Motor Show aus. Was 1968 in einer Doppelgarage im schwäbischen Winnenden begann, ist heute ein international tätiges Unternehmen der Automobilbranche, das neben der Fahrzeugveredelung auch Entwicklungs-, Produktions- und Vertriebsdienstleistungen anbietet.

Irmscher präsentiert in Essen eine Sonderausstellung, in der Fahrzeuge aus der 40-jährigen Firmenhistorie gezeigt werden – zum Beispiel ein Opel Senator mit dem damals drehmomentstärksten Vierliter-Saugmotor der Welt.

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