Dataforce Gewerbliche Neuzulassungen schnellen 2023 auf Allzeithoch

Von Andreas Grimm 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Die Bedeutung des Gewerbekundensegments hat 2023 weiter zugelegt. Nicht nur dass die Flottenzulassungen den Privatkundenmarkt überflügelt haben, auch in absoluten Zahlen ist dieser Absatzkanal für neue Rekorde gut.

Der Neuwagenmarkt wurde 2023 maßgeblich von gewerblichen Neuzulassungen getrieben.(Bild:  Grimm – VCG)
Der Neuwagenmarkt wurde 2023 maßgeblich von gewerblichen Neuzulassungen getrieben.
(Bild: Grimm – VCG)

Das Geschäft mit gewerblichen Kunden hat auf Jahressicht erstmals das Privatkundengeschäft überflügelt. Wie aus einer Auswertung der Neuzulassungszahlen durch die Marktforschung Dataforce hervorgeht, haben die Firmen- und Flottenkunden im Jahresverlauf 2023 gut 40.000 Fahrzeuge mehr neu zugelassen als die privaten Konsumenten. Ein Jahr zuvor hatte der private Kanal noch um gut 80.000 Einheiten vorne gelegen.

Ursächlich für die Wachablösung ist einerseits die weiterhin starke Neuwagen-Nachfrage im gewerblichen Sektor. Die Neuzulassungen der Firmenkunden lagen im zurückliegenden Jahr um knapp 110.000 Einheiten über dem Ergebnis des Jahres 2022. Der relevante Flottenmarkt legte damit im Jahresvergleich um 12 Prozent zu. In diesem Kundensegment sei noch ein hoher Auftragsbestand abzuarbeiten gewesen, interpretiert Dataforce das Ergebnis. Zudem müsse der Bestand regelmäßig erneuert werden.

Mit 976.696 gewerblichen Erstzulassungen hat der Flottenmarkt laut Dataforce zudem den höchsten Stand aller Zeiten erreicht. Den bisherigen Bestwert verzeichnete die Marktforschung bislang für das Ausnahmejahr 2019 mit 938.000 Firmenzulassungen. Damals hatte der Privatmarkt im Gesamtjahr allerdings noch um 300.000 Einheiten stärker abgeschlossen.

Inzwischen zeichnet sich der Privatkundenmarkt eher durch Kaufzurückhaltung aus. Die Zahl der privaten Erstzulassungen sank im Jahresverlauf 2023 sogar um 2 Prozent oder 18.000 Einheiten. Ursache für diese Entwicklung ist wohl insbesondere die Verunsicherung durch diverse Krisen, die zu einem Verschieben von Ersatzkäufen führt.

Eigenzulassungen steigen deutlich an

Der echte Privatmarkt war 2023 der einzige Absatzkanal mit rückläufigen Werten. Dafür haben die Eigenzulassungen der Hersteller und Händler, die ja letztlich im Privatmarkt landen, über die vergangenen zwölf Monate wieder zugelegt: Über Tages-, Kurz-, und Vorführzulassungen kamen im Gesamtjahr 635.000 Einheiten auf die Straßen – das waren 11,4 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Der am stärksten wachsende Kundenkreis aber waren im Jahr 2023 die Autovermieter. Sie steigerten ihre Neuzulassungen um 14 Prozent. Möglicherweise besteht bei ihnen immer noch ein gewisser Ersatz- und Nachholbedarf, da an die Vermieter-Flotten in Zeiten knapper Ware wenig Fahrzeuge geliefert worden waren.

Der robuste Gewerbekundenmarkt hat unter dem Strich auch dafür gesorgt, dass die Zahl der Elektro-Zulassungen im Gesamtjahr 2023 nochmals von 17,8 auf 18,4 Prozent gestiegen ist. Die Privatkunden zeigten sich weniger offen für reine E-Mobile. In dieser Gruppe sank die Zahl der E-Neuzulassungen um spürbare 14.300 Einheiten. Dagegen kletterte der BEV-Anteil an den gewerblichen Neuzulassungen von 16,6 auf 18,7 Prozent. Allerdings wurden die meisten Fahrzeuge noch unter der bis August gültigen Förderung zugelassen.

Gute Prognosen für den Transportermarkt

Der Transportermarkt schloss das Jahr 2023 trotz schwacher Zahlen im ersten Quartal mit einem Wachstum von 8 Prozent ab. In dieser Sonderauswertung betrachtet Dataforce die Neuzulassungen der leichten Nutzfahrzeuge und deren als Pkw zugelassene Utilities. Von diesen Fahrzeugen kamen im Gesamtjahr 462.000 Einheiten neu auf die deutschen Straßen. Und auch in dieser Fahrzeuggruppe bremste der Privatmarkt die Entwicklung: Er verlor im Jahresverlauf 6 Prozent.

Besser sieht es bei den gewerblich genutzten Transportern aus. Der Flottenmarkt als volumenmäßig mit Abstand stärkster Kanal legte um 11 Prozent zu. Bei den Vermietern stiegen die Transporterzulassungen sogar um 27 Prozent. Verglichen mit den Vor-Corona-Jahren ist in allen Kanälen aber noch Luft nach oben. „Angesichts des anhaltend hohen Bedarfs dürfte der Transportermarkt daher auch 2024 weiter wachsen“, heißt es in der Dataforce-Analyse.

(ID:49872328)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung