Golf spart Sprit durch Elektrolenkung

Autor / Redakteur: Jan Rosenow / Dipl.-Ing. (FH) Jan Rosenow

Der Wolfsburger Kompaktwagen nutzt die Servolectric von ZF Lenksysteme. Ihr elektrisches Servoaggregat braucht nur dann Strom, wenn der Fahrer tatsächlich lenkt. Das spart bis zu 0,3 Liter Kraftstoff auf 100 Kilometer.

Elektrisch unterstützte Servolenkungen sind in der Automobilindustrie weit verbreitet, vor allem in den unteren Fahrzeugklassen. Bereits beim Vorgänger des neuen Golf verbannte VW das Hydrauliköl aus dem Lenksystem und blieb der mittlerweile bewährten Elektrotechnik beim Golf VI treu.

Die Servolectric stammt von ZF Lenksysteme, einem Joint Venture von Bosch und ZF. Ihr Clou: Anders als hydraulische Anlagen braucht sie nur dann Leistung, wenn der Fahrer tatsächlich am Lenkrad dreht. Bei herkömmlichen Hydrauliklenkungen läuft die Pumpe dagegen ständig mit. Das kostet Kraftstoff.

Spart bis zu 0,3 Liter

Auf diese Weise spart die Elektrolenkung gegenüber einer vom Motor angetriebenen Servolenkung rund 0,3 Liter Kraftstoff auf 100 Kilometer ein. Außerdem fallen Pumpe und Schläuche sowie das umweltschädliche Hydrauliköl weg.

Doch die Servolectric kann noch mehr: Vernetzt man sie mit Umfeldsensoren und Steuergeräten, bietet sie eine Reihe von Fahrerassistenzfunktionen. In Zusammenarbeit mit dem ESP entschärft sie gefährliche Ausweichmanöver, sie hält das Fahrzeug per Spurhalteassistenten sicher in der Fahrspur oder parkt auf Wunsch selbstständig ein.

Die Servolectric basiert auf dem Prinzip der Zahnstangenlenkung. Sobald der Fahrer lenkt, registrieren Sensoren das entsprechende Lenkmoment und die Lenkgeschwindigkeit. Aus diesen Daten errechnet ein Steuergerät innerhalb von Millisekunden die erforderliche Lenkunterstützung, ein Servomotor überträgt das Servomoment über ein Schnecken- oder Kugelumlaufgetriebe entweder auf die Lenksäule oder das Ritzel, das Doppelritzel oder die Zahnstange (je nach Bauart).

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