Goodyear Dunlop schließt Reifenwerk Philippsburg
In dem 1967 gegründeten Werk laufen vor allem kleinere Reifendimensionen vom Band, die immer weniger gefragt sind. Mit der Schließung fallen 890 Arbeitsplätze weg.
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Der Reifenhersteller Goodyear Dunlop hat am Montag bekanntgegeben, dass er sein Werk in Philippsburg (Baden-Württemberg) schließen will. Damit würden rund 890 Arbeitsplätze bei dem Unternehmen entfallen – heute beschäftigt Goodyear Dunlop in Deutschland noch rund 7.600 Mitarbeiter.
Als Grund gibt das Unternehmen in einer Pressemitteilung an, dass es sich auf die hochwertigen Segmente des Reifenmarktes konzentrieren will, also Reifengrößen von 17 Zoll und größer. Hier lassen sich noch überdurchschnittliche Wachstumsraten erzielen. Gleichzeitig hat das Unternehmen Überkapazitäten in den unteren Marktsegmenten.
„Das Vorhaben, unser Werk in Philippsburg zu schließen, ist eine schwere Wahl, und wir sind uns der sozialen Verantwortung gegenüber unseren Mitarbeitern sehr bewusst“, sagt Jürgen Titz, Vorsitzender der Geschäftsführung, Goodyear Dunlop Tires Deutschland, Österreich, Schweiz. „Es ist uns ein Anliegen, sozial verträgliche Lösungen für alle betroffenen Mitarbeiter zu finden und ihnen weitere angemessene Unterstützungsleistungen anzubieten.“
Als erster Schritt beginnt nun ein so genanntes Konsultationsverfahren. Wenn dies das Ende der Fabrik zum Ergebnis hat, soll der Prozess der Schließung im ersten Quartal 2017 beginnen und bis Ende 2017 abgeschlossen sein.
Weitere fünf Produktionsstandorte in Deutschland
Goodyear Dunlop ist mit einer Kapazität von 30 Millionen Stück der größte Reifenhersteller in Deutschland. Auf das Werk Philippsburg entfielen bislang rund fünf Millionen. Teilmengen davon sollen auf andere europäische Werke aufgeteilt werden. Weitere Reifenfabriken in Deutschland betreibt Goodyear Dunlop in Fulda, Fürstenwalde, Hanau, Riesa und Wittlich. Im Mai 2015 hatte der Reifenhersteller den Standortsicherungspakt mit der Belegschaft einseitig gekündigt.
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