Great Wall: Chinas SUV-König will mehr

Autor / Redakteur: Christoph Seyerlein / Christoph Seyerlein

Wei Jianjun und sein auf SUVs spezialisiertes Unternehmen Great Wall Motors sind in China eine große Nummer. Außerhalb Asiens können aber nur Automobilenthusiasten mit Wei und Great Wall etwas anfangen. Das will der Milliardär ändern.

Seltener Gesprächspartner: »kfz-betrieb«-Redakteur Christoph Seyerlein traf Great-Wall-Motors-Chef Jack Wey auf der IAA zum Interview.
Seltener Gesprächspartner: »kfz-betrieb«-Redakteur Christoph Seyerlein traf Great-Wall-Motors-Chef Jack Wey auf der IAA zum Interview.
(Bild: WEY)

Zu sagen, Wei Jianjun wäre äußerst korrekt, wäre eine maßlose Untertreibung. Wer für Weis Autohersteller Great Wall Motors arbeiten will, muss zuvor laut der „Financial Times“ ein zweiwöchiges Militärtraining durchlaufen. Sich stählen für die großen Ziele des Chefs könnte man das wohl nennen. Der heute 53-Jährige hatte im Jahr 1990 im Alter von 26 Jahren eine kleine Automanufaktur mit 60 Mitarbeitern im nordchinesischen Baoding übernommen und sie über die Jahre zum mächtigen Hersteller von Vans und SUVs gemacht.

Heute sind Great Wall Motors als siebtgrößter Autobauer des Landes mit 72.000 Mitarbeitern und sein Chef Wei Jianjun als einer der 25 reichsten Chinesen große Nummern in China. Außerhalb Asiens kennt die beiden aber so gut wie niemand. Das will Wei im Fall von Great Wall Motors ändern, wie er »kfz-betrieb« im Interview am Rande der IAA in Frankfurt schilderte. Wei selbst drängt es kaum einmal in die Öffentlichkeit. In Frankfurt ließ er nach Aussage seiner Presseverantwortlichen nur vier Interviews mit Journalisten zu. Im Gespräch trat der zierliche Mittfünfziger selbstbewusst auf, ein klassischer Lautsprecher ist er trotz seiner mehr als anspruchsvollen Ziele nicht. Umringt von sechs Pressesprechern und Dolmetschern ließ er sich vor jeder Antwort einen Moment Bedenkzeit, um dann leise, aber bestimmt seine Sicht der Dinge darzulegen.