Knaus Tabbert Staatsanwaltschaft lässt die Geschäftsräume durchsuchen

Von Andreas Grimm 2 min Lesedauer

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Beim Wohnwagen- und Reisemobilhersteller Knaus Tabbert überschlagen sich die Ereignisse. Nachdem in der Führung munteres Wechselspiel herrschte, ist ein neuer Chef gefunden. Der bekommt es gleich mit der Staatsanwaltschaft zu tun.

Der Wohnwagenhersteller Knaus Tabbert hat wirtschaftliche Probleme, inzwischen aber immerhin einen neuen CEO.(Bild:  Knaus Tabbert)
Der Wohnwagenhersteller Knaus Tabbert hat wirtschaftliche Probleme, inzwischen aber immerhin einen neuen CEO.
(Bild: Knaus Tabbert)

Die Staatsanwaltschaft Landshut hat die Durchsuchung der Geschäftsräume der Knaus Tabbert AG aus Jandelsbrunn im niederbayerischen Landkreis Freyung-Grafenau angeordnet und vollzogen. Das geht aus einer Pflichtmitteilung des Unternehmens vom Mittwoch, 27. November, hervor. In der Mitteilung heißt es, das Ermittlungsverfahren richte sich gegen Mitglieder des Managements „im Zusammenhang mit individuellen Vorwürfen strafrechtlich relevanter Handlungen zulasten des Unternehmens“. Das Unternehmen selbst ist nicht Gegenstand der Vorwürfe.

Das Polizeipräsidium Niederbayern bestätigte, dass 165 Einsatzkräfte der Polizei mehrere Büro- und Geschäftsräume sowie die Privatwohnung eines Tatverdächtigen durchsucht hätten. Dem Ergebnis der bisherigen Ermittlungen zufolge stünden zwei Verantwortliche „eines Unternehmens aus dem Bereich der Automobilbranche“ und ein Verantwortlicher einer im Saarland ansässigen Investment GmbH unter Verdacht, Bestechungsgelder von einzelnen Zulieferern des Fahrzeugunternehmens angenommen zu haben. Zuerst hatte die „Passauer Neuen Presse“ über den Verdacht der Korruption im geschäftlichen Verkehr berichtet.

Erst am Freitag, 22. November, hatte das Unternehmen einen neuen Vorstandsvorsitzenden berufen. Die Führung des unter Auftragsmangel leidenden Freizeitmobilherstellers Knaus Tabbert hat der Großaktionär Wim de Pundert übernommen. Der Niederländer soll eine Doppelrolle als Vorstandsvorsitzender und Finanzvorstand übernehmen, wie der Aufsichtsrat mitteilte. De Pundert war bislang selbst Mitglied des Aufsichtsrats.

Zusätzlich wurde Radim Sevcik zum neuen Financial Director ernannt, der direkt an den neuen CFO berichtet. Sevcik verfügt über Erfahrung im Finanzbereich, er hat für die Boston Consulting Group und Merrill Lynch gearbeitet und war zuletzt vier Jahre lang als Investment Officer für HTP Investments tätig.

Das derzeitige Führungsteam mit Werner Vaterl als Chief Operating Officer (COO) und Gerd Adamietzki als Chief Sales Officer (CSO) wurde zunächst in seinen Funktionen bestätigt. „Mit Blick auf die Zukunft gehen wir von konservativen Annahmen aus, um ein stabiles Fundament zu schaffen und gleichzeitig von der Dynamik zu profitieren, die wir über die Jahre hinweg aufgebaut haben“, sagte de Pundert zum Amtsantritt. Ob die Durchsuchungen das Personalkarussell nochmals in Bewegung setzen werden, ist derzeit unklar.

Das Unternehmen stellt Wohnwagen und Wohnmobile her. Im vergangenen Jahr hatte Knaus Tabbert noch einen Umsatz von 1,4 Milliarden Euro erzielt. Wegen mangelnder Auslastung ruhen seit dieser Woche die Produktionen am Firmensitz und im ungarischen Werk Nagyoroszi. An zwei weiteren Standorten wird aber noch gearbeitet. Knaus Tabbert hat seine Umsatz- und Gewinnprognosen für dieses Jahr kräftig reduziert.

Zuerst hatte im Februar Finanzvorständin Caroline Schürmann das Unternehmen verlassen. Ihre Aufgaben übernahm Vorstandschef Wolfgang Speck – bis er Ende Oktober „aus persönlichen Gründen“ ebenfalls ausschied und nur noch zwei Vorstandsmitglieder verblieben.

Die Lage in der Freizeitmobilbranche ist eigentlich nicht schlecht. Laut dem Caravaning Industrieverband Deutschland (CIVD) kletterten die Neuzulassungen von Wohnwagen und Reisemobilen im Jahresverlauf um zehn Prozent. Allerdings hat zuletzt die Hälfte der Händler laut einer Umfrage von Miios eine Marktsättigung erkannt. Von ihnen sehen wiederum 70 Prozent eine große Herausforderung darin, die Lagerbestände abzubauen.

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