Grüne Hauptstadt ohne Diesel-Fahrverbote
Essen ist in diesem Jahr die „Grüne Hauptstadt Europas“. Auf der Innungsversammlung erklärt die Umweltexpertin der Stadt die Hintergründe und Pläne. Sie erteilt möglichen Diesel-Fahrverbote eine klare Absage.
Anbieter zum Thema

Auch wenn sich Essen mit dem Titel „Grüne Hauptstadt Europas 2017“ schmücken kann, Fahrverbote für Dieselfahrzeuge will die Stadt gerne vermeiden. Entsprechend hat sich Simone Raskop, Beigeordnete für Umwelt und Bauen der Stadt Essen, im Rahmen der Mitgliederversammlung der Kfz-Innung Essen deutlich gegen entsprechende Einschränkungen ausgesprochen.
„Die Schadstoffe werden nun anders verteilt“, erläuterte Raskop den städtischen Standpunkt. Werden Straßen gesperrt, nutzen Autofahrer andere Routen durch die Stadt und stoßen dabei schädliche Abgase aus. „Die Lösung kann nur in der Umrüstung der alten Dieselfahrzeuge bestehen.“
Die grüne Seite der Stadt im Ruhrgebiet bekommt bei anderen Maßnahmen zum Ausdruck. Alte Industrieflächen werden renaturiert, neue Wohngebiete und Arbeitsplätze entstehen, die Pläne sind auf die nächsten zehn Jahre angelegt. „Man spricht bereits von einer grünen Dekade“, freut sich Raskop.
Dabei spielt in den Verkehrsplänen Essens das Auto nicht mehr die Hauptrolle. Künftig sollen nur noch 25 Prozent des Gesamtverkehrs auf das Auto entfallen. Die übrigen 75 Prozent tragen zu gleichen Teilen Fußgänger, Radfahrer und der öffentliche Personennahverkehr bei.
Neben der Stadtpolitik stand die Aus- und Weiterbildung im Mittelpunkt der Mitgliederversammlung. Das Angebot des eigenen Bildungszentrums will die Innung stetig ausbauen, künftig können die Mitglieder auch den Umgang mit Hochvoltfahrzeugen lernen.

Um den Standard der Gesellenprüfung halten zu können, hat die Innung eine Kooperation mit den Entsorgungsbetrieben Essen (EBE) geschlossen. Mechatroniker mit dem Schwerpunkt Lkw-Technik werden in der Lkw-Werkstatt des städtischen Versorgungsdienstleister EBE vom Prüfungsausschuss der Innung geprüft. Dafür stellt die EBE Fahrzeuge und Prüftechnik nebst den Arbeitsplätzen zur Verfügung. Ziel ist es, die künftigen Gesellen unter realistischen Bedingungen zu prüfen.
(ID:44763453)