Bundeskongress 2023 GTÜ sieht sich auf der Erfolgsspur

Von Konrad Wenz 3 min Lesedauer

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Mit Sicherheit auf der Überholspur – so lautete das Motto des diesjährigen Bundeskongresses der Stuttgarter Gesellschaft für technische Überwachung (GTÜ). Kern des Events waren vier neue Kompetenzcenter, die die Partnerbüros bei ihrer Arbeit unterstützen sollen.

Die Geschäftsführer der GTÜ: (v. l.) Dr. Frederik Schmidt, Thomas Emmert und Gabriele Schmidt-Rauße.(Bild:  Wenz | VCG)
Die Geschäftsführer der GTÜ: (v. l.) Dr. Frederik Schmidt, Thomas Emmert und Gabriele Schmidt-Rauße.
(Bild: Wenz | VCG)

Die GTÜ müsse für die derzeitigen Fragen der Branche die passenden Antworten finden, sagte Martin Schmelcher anlässlich des GTÜ-Bundeskongresses (BUKO) 2023, der Anfang Oktober in Düsseldorf stattfand. Schmelcher ist Geschäftsführer des Bundesverbands der freiberuflichen und unabhängigen Sachverständigen für das Kraftfahrzeugwesen (BVSK) und Vorsitzender der GTÜ-Gesellschafterversammlung.

Zu den Herausforderungen dieser Zeit zählte er beispielsweise die Nachfolgeregelung in vielen Sachverständigenbüros sowie den abnehmenden automobilen Individualverkehr. Es sei Aufgabe der GTÜ dafür zu sorgen, dass GTÜ-Partner-Büros nach einer eventuellen Ablöse durch Nachfolger in der Organisation blieben. Der sinkende Individualverkehr wirke sich direkt auf das Geschäft der Kfz-Sachverständigen aus. Denn diese könnten nur Geld verdienen, wenn genügend Kunden angesprochen werden können – hierfür benötigten die Kfz-Sachverständigen die richtigen Produkte. Schmelcher erklärte zudem, dass im Jahr 2024 viele politische Entscheidungen anstehen würden, etwa die Auflösung des Monopols der Fahrerlaubnisprüfung.

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Die richtigen Produkte würde die GTÜ bieten, erklärten die Geschäftsführer der GTÜ Thomas Emmert, Gabriele Schmidt-Rauße und Dr. Frederik Schmidt in ihrem Impulsvortrag „Mit Sicherheit auf der Überholspur“. Dr. Frederik Schmidt berichtete, dass die GTÜ-Partner im Juni dieses Jahres über 500. 000 Hauptuntersuchungen durchgeführt hätten – nie zuvor habe die GTÜ über eine halbe Million Fahrzeuge in einem Monat geprüft. Der Marktanteil der GTÜ sei inzwischen auf 16 Prozent geklettert. Auch der technische Dienst befinde sich auf der Erfolgsspur: „Allein im ersten Halbjahr dieses Jahres haben die Unterschriftsberechtigten in der Organisation rund 33.000 Genehmigungsbegutachtungen vorgenommen, was einer Steigerung von 17 Prozent entspricht.“

Die Erfolgsgaranten der Organisation seien die über 1.000 Büroinhaber und die mehr als 2.600 Prüfingenieure in der Organisation, über 800 GTÜ-Prüfstellen und mehr als 10.000 Prüfstützpunkte in den Werkstätten. Derzeit gebe es rund 48 Millionen zugelassene Pkw in Deutschland (insgesamt etwa 68 Millionen zugelassene Fahrzeuge). Prognosen würden für die nächsten Jahre ein Bestandswachstum von etwa einem Prozent voraussagen. Das heißt, die Prüfingenieure müssen in den kommenden Jahren mehr und mehr Fahrzeuge untersuchen.

Die GTÜ hat mit ihren Angeboten auf die Herausforderungen in der HU reagiert, zum Beispiel durch die Partikelmessgeräte für die Abgasuntersuchung von Euro-6-Dieselmotoren. Über den sogenannten HU-Adapter können die Prüfingenieure künftig auch die Verbrauchsdaten der Fahrzeuge auslesen. So lasse sich überprüfen, wie wirksam die EU-Maßnahmen zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes sind. Im Bereich der Weiterentwicklung der HU und der allgemeinen Verkehrssicherheit ist die GTÜ laut Schmidt in über 40 Gremien und Arbeitsgruppen engagiert.

Wie Gabriele Schmidt-Rauße berichtete, hat die GTÜ im vergangenen Jahr vier Kompetenzcenter eingerichtet, die die GTÜ-Partner in ihrer täglichen Arbeit unterstützen sollen. Eines davon ist das Partnermarketing, zu dem unter anderem das Thema Personal gehört. Der demografische Wandel wird künftig jeden in der Branche beschäftigen: Heute gibt es laut Schmidt-Rauße etwa 49 Millionen Erwerbstätige in Deutschland. Bereits im Jahr 2030 sollen es rund vier Millionen weniger sein. Es gelte, den potenziellen Mitarbeitern der Zukunft attraktive Angebote zu unterbreiten. Die Zeiten, in denen Bewerber auf die Büroinhaber zugekommen sind, seien definitiv vorbei. Der GTÜ-Partner müsse aktiv sein – die GTÜ unterstütze ihn dabei mit verschiedenen Maßnahmen, beispielsweise in den Bereichen Mitarbeiterführung und -gewinnung.

Thomas Emmert stellte die drei weiteren Kompetenzcenter vor:

  • Standortanalyse: steht dem GTÜ-Partner mit entsprechenden Marktanalysen bei, wenn er das Potenzial seiner Prüfstelle besser ausschöpfen will oder eine weitere Prüfstelle eröffnen möchte.
  • Prüfstellenbau: liefert detaillierte Musterbaupläne für Prüfstellen.
  • Unternehmensnachfolge: begleitet diesen Prozess beispielsweise mittels Musterverträgen. Darüber hinaus gibt es eine Unternehmensnachfolgedatei.

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