GTÜ-Billigreifentest: „Verheerende Ergebnisse“

Von Andreas Wehner

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Die Prüforganisation hat sechs Reifen aus chinesischer und osteuropäischer Produktion mit einem Markenfabrikat verglichen. Keiner der Billigreifen konnte dabei überzeugen.

Die GTÜ hat sechs Billigreifen mit einem Markenprodukt verglichen.(Foto:  GTÜ)
Die GTÜ hat sechs Billigreifen mit einem Markenprodukt verglichen.
(Foto: GTÜ)

Billigreifen aus China und Osteuropa können unter dem Gesichtspunkt der Sicherheit nicht mit Markenprodukten mithalten. Das hat ein Test der Prüforganisation GTÜ ergeben, der am Dienstag auf der Automechanika in Frankfurt vorgestellt wurde. Die GTÜ-Experten hatten sechs dieser Reifen der Größe 225/45 R17 zusammen mit dem Produkt eines Markenherstellers als Referenzreifen verschiedenen Tests unterzogen.

Bei einer Vollbremsung auf nasser Fahrbahn aus einer Geschwindigkeit von 100 km/h hat dem Test zufolge der schlechteste der Billigreifen einen um 12 Meter längeren Bremsweg (61,9 m) als der Referenzreifen (49,9 m). Selbst der beste der sechs Testkandidaten kam mit 56,2 Metern Bremsweg erst über 6 Meter später zum Stillstand.

Wie gut oder wie schlecht ein Reifen ist, zeigt sich auch am Aquaplaning-Verhalten. Der Referenzreifen blieb bei 80 km/ in der Spur und schwamm nicht auf – im Gegensatz zu den Billigfabrikaten. Der schlechteste Reifen schaffte nur 58 Prozent der Leistungsfähigkeit des Referenzreifens.

Auch auf dem Handling-Kurs hatten die Testkandidaten keine Chance gegen den Referenzreifen. Die GTÜ-Tester bescheinigten den Billigreifen ein schlechtes Grip-Niveau, keine Seitenführung, heftige Lastwechselreaktion schon bei langsamer Geschwindigkeit und kaum Traktion.

„Das sind verheerende Ergebnisse“, kommentierte GTÜ-Chef Rainer de Biasi. Vor allem auf nasser Straße seien die Reifen regelrecht gefährlich. Einige der Billigfabrikate mit Sommerreifenprofil würden zudem mit M+S-Kennzeichnung auch als Winterreifen angeboten. Die GTÜ rate vom Kauf solcher Reifen dringend ab.

Die GTÜ hat die Reifen im Fachhandel gekauft und auf zwei serienmäßigen VW Golf auf ihre Bremsweg-, Nässe- und Handling-Eigenschaften getestet. Als Referenzreifen diente ein europäischer Reifen der Marke Dunlop. Gefahren wurde der Test auf einer ausgewiesenen Reifenteststrecke in Deutschland. Die Messergebnisse wurden onboard erfasst und von Reifenexperten vor Ort ausgewertet.

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